Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Bayerischer Wald - Unterwegs auf dem Goldsteig (1)

Vom Eck über acht Tausender zum Großen Arber

Der mehrere hundert Kilometer lange Goldsteig durchquert als Fernwanderweg auf zwei unterschiedlichen Routen sowohl den Oberpfälzer- als auch den Bayerischen Wald. In loser Folge sollen hier einige besonders schöne Streckenabschnitte vorgestellt werden. Den Anfang macht dabei die so genannte 8-Tausender Tour, welche vom Eck bis zum Großen Arber führt, und, den Großen Arber mit eingeschlossen, über insgesamt acht, über tausend Meter hohe Gipfel führt. Der Ausgangspunkt, das Eck (830m) ist vor allem als Ski-Gebiet bekannt, in den Sommertagen geht es hier dementsprechend etwas ruhiger zu. Doch auch auf dem Goldsteig selbst trifft man über weite Strecken oft nur sporadisch auf andere Wanderer.


Das erste Wegstück zum Mühlriegel (1080m) verläuft noch relativ unspektakulär auf einem zunächst recht breiten Waldweg allmählich den Gipfel hinauf. Dieser kann aufgrund des großen Gipfelkreuzes gar nicht verfehlt werden, aber auch sonst sollte sich auf dieser Tour eigentlich niemand verlaufen können, denn der Goldsteig ist immer bestens markiert. Beim Gipfel angelangt, bekommt man zum ersten Mal einen Eindruck von der tatsächlichen Weite des Bayerischen Waldes. Doch die Aussicht vom Mühlriegel stellt im Grunde nur einen kleinen Vorgeschmack dar, der schönste Teil der Tour steht erst noch bevor. Das nächste Etappenziel etwa, der Ödriegel (1156m), ist zwar ein eher abgeflachter Gipfel, überrascht aber mit seinen drei, sich dicht nebeneinander auftürmenden Felsriegeln, von denen sich abermals eine schöne Aussicht bietet.


Der Weg zum nächsten Gipfel, dem Schwarzeck (1238m) zieht sich deutlich, doch auf dem naturnahen Pfad, der sich hier zwischen Grasflächen (so genannte Schachten, Überreste alter Waldweiden) und lockeren Baumbestand über den Bergkamm schlängelt, lässt es sich hervorragend wandern. Ab und an kreuzt der Weg auch mal eine Schutzhütte, in welcher man bei einem plötzlichen Wetterumschwung Zuflucht suchen könnte, doch die Abstände zwischen diesen Hütten und anderen Rastplätzen sind vergleichsweise groß. Am besten lässt es sich natürlich auf den Berggipfeln selbst rasten, und gerade beim Schwarzeck kann eine Pause ratsam sein, denn der Aufstieg dorthin ist überraschend steil und felsenreich, so dass man stellenweise ein bisschen kraxeln muss.


Reischflecksattel (1126m) und Heugstatt (1261m), die nächsten beiden Gipfelziele, sind weit weniger markant als die anderen Gipfel, doch der Pfad zwischen den Gipfeln bleibt weiterhin abwechslungsreich und führt oftmals an regelrechten Feldern voller Heidelbeersträuchern vorbei. Spätestens auf dem Weg zum Enzian (1285m) wird nun auch das ganze Ausmaß der Schäden, welche der Orkan Kyrill 2007 im Bayerischen Wald angerichtet hat, unübersehbar. Große Teile der Fichtenbestände auf dem Bergkamm zwischen Enzian, Kleinem und Großem Arber, aber auch in anderen Teilen des Bayerischen Waldes, wurden von dem mächtigen Sturm einfach umgelegt. Dies kann auf den ersten Blick oft etwas gespenstisch wirken, andererseits sprießen auch schon überall wieder neue Bäume, so dass der Orkan fast wie eine Art Verjüngungskur für den Wald gewirkt hat. Ein großer Vorteil für Wanderer ist zudem, dass man hier nun auch jenseits der eigentlichen Gipfel oft einen guten Fernblick hat. Und natürlich hat ein Teil des Waldes dem Sturm auch Stand gehalten, so auch am Gipfel des Kleinen Arbers (1384m).


Unweit der tschechischen Grenze, und direkt vor den Toren des Nationalparks Bayerischer Wald erhebt sich dann schließlich mit dem Großen Arber der mit 1455,5 Metern höchste Berg des Bayerischen Waldes. Der Aufstieg erfolgt hier teilweise über einen breiten Fahrweg, allerdings lässt sich alsbald wieder auf einen naturnahen Pfad ausweichen. Die letzten Höhenmeter werden über eine Holztreppe überwunden, die durch die so genannte Bodenmaiser Mulde führt. Auf dem Plateau angekommen, findet sich zur linken Seite das „Raritätenkabinett Felsriegel“, also genau jene markante Felsformation, anhand derer man den Arber schon zuvor von weitem erkennen konnte. Ein gut ausgebauter Rundweg führt zudem zu allen weiteren wichtigen Punkten im Gipfelbereich, wozu neben dem eigentlichen Gipfel noch einige weitere Aussichtspunkte, die Bergstation und die ebenfalls weithin sichtbare Radarstation mit ihren auffälligen Kuppelbauten gehören. Wer die Tour auf dem Goldsteig am nächsten Tag fortsetzen möchte und vielleicht noch den beiden Arberseen einen Besuch abstatten möchte, braucht nach der anstrengenden Tagestour übrigens nicht ganz bis zum Talort Bayerisch Eisenstein hinabzusteigen, sondern kann entweder im Arberschutzhaus oder in einer der Unterkünfte am Brennespass etwas unterhalb vom Gipfel übernachten.


Ausgangspunkt: die Tour beginnt direkt beim 843m hoch gelegenen Berggasthof Eck, der zumindest in den Sommermonaten von einem Wanderbus und dem RBO-Bus 6065 (aus Arrach oder Arnbruck kommend) angefahren wird. Alternativ kann man ein Taxi nehmen, oder aber auch hinaufwandern, was die ohnehin schon lange und schwere Wanderung jedoch noch einmal um ein bis zwei Stunden verlängert.

Dauer: ca. 7 Stunden

Entfernung: ca. 16 km

Schwierigkeit / Anspruch: die Wanderung erfordert aufgrund der vielen Steigungen und der Länge der Wegstrecke in erster Linie eine gute Kondition. Technisch anspruchsvolle Passagen gibt es hingegen eher nicht, nur beim Schwarzeck muss man ein wenig kraxeln, aber auch dieser Abschnitt ist nicht weiter schwierig. Festes Schuhwerk ist jedoch unbedingt von Nöten, ebenso wie die Mitnahme von ausreichend Wasser und Verpflegung, da erst im Arbergebiet bzw. beim Eck Einkehrmöglichkeiten bestehen.

Abstecher / Anschlusstouren: die Goldsteig-Tour lässt sich in beide Richtungen weiter fortsetzen, vom Eck führt der Weg nach Schönbuchen in der Nähe der Ortschaft Grafenwiesen, vom Großen Arber geht es hingegen über den Großen Arbersee nach Bayerisch Eisenstein weiter. Im Arbergebiet bietet sich zudem auch ein Abstecher zum Kleinen Arbersee an.

Es besteht außerdem die Mölichkeit, die Tour zu einer "12-Tausender Tour" auszudehnen, wenn man die Wanderung beim Kaitersberg anstelle vom Eck aus beginnt. Der Aufstieg zum Kaitersberg erfolgt von Bad Kötzting aus.

Empfohlene Jahreszeit: Mai-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Berggasthof Eck, Chamer Hütte, Arberschutzhaus, mehrere Unterkünfte am Brennespass unterhalb vom Arbergipfel

Nützliche Links:

Goldsteig-Wandern.de. Ausführliche Beschreibung des gesamten Goldsteigs mit Tourenplaner.

Outdoor Magazin - Acht-Tausender Tour. Artikel zur Acht-Tausender Tour.

Wikipedia - Großer Arber. Wikipedia-Seite zum Großen Arber.

Arber.de. Webseite rund um das Arbergebiet.