Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Allgäuer Alpen - Oberstdorf - Älpelesattel

Rundwanderung über den Älpelesattel

Der Älpelesattel (1780m) bei Oberstdorf verbindet zum einen die Höfäts (2259m) mit dem Rauheck (2384m), und trennt zum anderen das Oytal vom Dietersbachtal. Da von beiden Tälern aus die Möglichkeit zum Auf- bzw. Abstieg zum Älpelesattel besteht, lässt sich hier eine ganz wunderbare, aber auch ziemlich lange und stellenweise anstrengende Rundwanderung unternehmen. Ihren Anfang nimmt die Wanderung bei der Mühlenbrücke in Oberstdorf, von wo aus zu beiden Seiten des Ufers der Trettach ein Wanderweg in Richtung des Bergbauerndorfs Gerstruben führt, welches das erste große Etappenziel darstellt.


Bei dieser Tour wurde der linke Uferweg gewählt, der zwar größtenteils auf einer Fahrstraße entlangführt, dafür aber auch keine Steigungen aufweist, so dass man sich erst einmal „warmlaufen“ kann. Es geht zunächst immer dicht am Ufer entlang, gelegentliche Wegweiser sorgen zudem dafür, dass man auf dieser Tour nie die Orientierung verliert. Beim Jägerstand Café treffen dann die beiden Uferwege wieder aufeinander, außerdem zweigt hier ein Weg ins Oytal ab. Wer die Wanderung in umgekehrter Richtung unternehmen möchte, muss also an dieser Stelle abbiegen, ansonsten geht es in Richtung Gerstruben weiter in Trettachtal hinein.


Passiert wird nun eine leicht hügelige Almwiesenlandschaft im Schatten der mächtigen Höfats, in welcher sich auch der ein oder andere Gasthof finden lässt. Schließlich zweigt eine steil ansteigende Fahrstraße nach Gerstruben ab. Aus Zeitgründen habe ich bei dieser Tour diesen etwas direkteren Weg genommen, anstatt noch etwas weiterzugehen und dann den weiteren Aufstiegsweg nach Gerstruben durch den Hölltobel zu nehmen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte aber unbedingt die ungleich interessantere Hölltobel-Variante wählen. Immerhin liefert die Fahrstraße aber den ein oder anderen schönen Ausblick auf das Trettachtal.


Unabhängig von der gewählten Variante ist dann nach einem durchaus kräftezehrenden Anstieg das äußerst idyllisch am Rande des Dietersbachtals gelegene Begbauerndorf Gerstruben erreicht. Bergbauern leben in diesem in 1155 Metern Höhe gelegenen Dorf zwar nicht mehr, und auch die Zahl der Gebäude ist im Laufe der Jahrhunderte deutlich geschrumpft, dennoch gibt es hier einiges zu sehen. Wer mag kam im Gasthof rasten, oder aber der kleinen Dorfkapelle einen Besuch abstatten. Außerdem gibt es hier ein kleines Museum, welches aber nur an Samstagen während der Saison geöffnet hat.


Von Gerstruben geht es nun weiter durch das schöne Dietersbachtal, welches in einem mächtigen Talkessel endet, wo sich auch ein weiterer Gasthof befindet. Ab hier beginnt dann der alpine Steig, der zum Älpelesattel hinaufführt. Der kleine Bergpfad windet sich in engen Serpentinen hinauf und kann stellenweise etwas matschig und rutschig sein. Da der Weg fast bis ganz zum Bergsattel hin von kleineren Bäumen und Sträuchern umgeben ist, findet sich hier zum Glück selbst an sehr sonnigen Tagen immer wieder ein schattiges Plätzchen, an welchem man neue Kräfte für den weiteren Aufstieg schöpfen kann. Wenn dann schließlich der Älpelesattel erreicht ist, reicht der Blick weit über das Oytal und den Talkessel des Dietersbachtals hinweg.


Kaum ist man oben angelangt, geht es allerdings auch schon wieder auf der anderen Seite hinab ins Oytal. Der Abstiegsweg ähnelt dem Aufstiegsweg, allerdings gibt es auf dieser Seite deutlich weniger Vegetation, dafür aber zahlreiche kleine Bergbäche, dies es möglichst trockenen Fußes zu überqueren gilt. Unten angekommen, bietet sich eine Rast in der Käseralpe an, denn der Weg zurück durch das Oytal ist noch lang. Von nun an geht es allerdings wieder auf einem gut ausgebauten breiten Wanderweg weiter, der auch dem eindrucksvollen Stuibenfall vorbeiführt. Außerdem werden noch die untere Gutenalpe und das Oytalhaus passiert, bevor sich der Weg dann etwa eine Stunde vor Oberstdorf schließlich noch einmal gabelt. Beide Varianten führen nach Oberstdorf und sind in etwa gleich lang, der linke Weg (der Dr. Hohenadel Weg) durch den Bergwald des Oytals ist aber insgesamt empfehlenswerter. So oder so endet diese abwechslungsreiche Rundwanderung dann wieder n der Mühlenbrücke in Oberstdorf.


Ausgangspunkt: die Wanderung beginnt direkt in Oberstdorf bei der Mühlenbrücke unweit der Talstation der Nebelhornbahn. Welchem der beiden Uferwege (entweder der Fahrstraße (Grubenweg) oder aber dem Waldweg) man in Richtung des Trettachtals folgt, ist relativ egal, da beide Wege beim Jägerstand Café wieder aufeinandertreffen. Der Waldweg ist insgesamt sicherlich schöner, weist aber bereits gleich zu Beginn eine Steigung auf.

Dauer: ca. 7-8 Stunden

Entfernung: ca. 21 km

Schwierigkeit / Anspruch: technisch gesehen ist die Wanderung nicht sonderlich anspruchsvoll, auch wenn bei der Überquerung des Älpelesattels aufgrund des stellenweise recht abschüssigen Geländes Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sind. Aufgrund ihrer Länge und dem langen Anstieg erfordert die Strecke aber auf jeden Fall eine gute Kondition. In den beiden Tälern gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten, so dass man bei Bedarf an Proviant sparen kann, ausreichend Getränke gehören aber unbedingt ins Gepäck.

Abstecher / Anschlusstouren: anstatt vom Älpelesattel aus direkt wieder ins Tal hinabzusteigen, kann man auch zum Eissee (ca. 1 Stunde) und/oder zum Rauheck (2384m, ca. 1,5 Stunden) weiterwandern. Sehr anspruchsvoll, und daher nur bei entsprechender Erfahrung zu empfehlen ist ein Abstecher zum Ostgipfel der Höfats (2259m).

Empfohlene Jahreszeit: Juni-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Jägerstand Café, Landhotel Gruben, Berggasthof Gerstruben, Dietersbacher Alpe, Käseralpe, Untere Gutenalpe, Berggasthof Oytalhaus, diverse Einkehrmöglichkeiten in Oberstdorf

Nützliche Links:

Oberstdorf.de - Über den Älpelesattel. Beschreibung der Rundwanderung mit Karte.

Oberstdorf.de - Bergsportbericht. Aktuelle Infos zur Begehbarkeit der Oberstdorfer Wanderwege.

Gerstruben.de. Informationen zum Bergbauerndorf Gerstruben.