Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Berchtesgadener Alpen - Blaueisgletscher

Wanderung zum Blaueisgletscher

Der Blaueisgletscher ist der nördlichste Gletscher der Alpen und wie viele andere Gletscher auch massiv vom Klimawandel bedroht. Im Falle des bereits sehr stark geschrumpften Blaueisgletschers dürfte es in der Tat nicht mehr allzu lange dauern, bis auch die letzten Gletscherreste verschwunden sein werden. Grund genug also, dem Gletscher jetzt noch einmal einen Besuch abzustatten, zumal das Hochkaltergebiet, in welchem er sich befindet, ohnehin immer eine Tour wert ist. Der Weg dorthin ist allerdings lang und überwiegend steil. Beim Hintersee / Zauberwald beginnend schlängelt sich der breite Forstweg in weiten Serpentinen allmählich durch den Wald den Berg hinauf. Nach der ersten längeren Steigung ist auch schon ein kleiner Aussichtspunkt erreicht, der einen schönen Rundumblick ins Tal einschließlich des Hintersees erlaubt. Von dort geht es dann weiter hinauf durch den Wald.


Nach einer Weile ist die kleine Schärtenalm (1359m) erreicht, die dank einer gut bewirtschaften Hütte und einer famosen Aussicht durchaus zum längeren Verweilen einlädt. Allerdings sollte man dabei nicht völlig die Zeit aus den Augen verlieren, denn der weitere Weg bis zum Gletscher ist noch lang und der nun bald folgende Aufstieg zur Blaueishütte über zahllose Steinstufen kostet ebenfalls einiges an Zeit und Kraft. Vorerst geht es aber noch auf dem einfachen Waldweg weiter, der sich schließlich recht unvermittelt als Sackgasse entpuppt. Kurz vor dem Ende des Weges zweigt allerdings der besagte Treppenweg zur Blaueishütte (1680m) ab. Der dicht an einer Felswand entlang führende Weg ist aufgrund der vielen Stufen recht anstrengend zu gehen, doch schon bald lässt sich bereits die etwas weiter oben gelegene Blaueishütte erahnen. Die Blaueishütte bietet nicht nur eine schöne Aussicht, sondern ist auch für ihre Kuchenspezialitäten bekannt, und in der Tat besteht hier eine ziemlich große Auswahl an Kuchensorten. Ob KuchenliebhaberIn oder nicht, eine kleine Pause bei der Hütte kann nach dem anstrengenden Aufstieg in jedem Fall nicht schaden, bevor es dann mit dem Weg zum Gletscher über das Blaueiskar weitergeht.


Auf dem nun folgenden Weg, der teilweise zwischen mächtigen Felsbrocken hindurch führt, ist das Ziel dieser Wanderung, der Blaueisgletscher schon von weitem zu sehen. Eingerahmt von der Blaueisspitze (2480m) und dem Hochkalter (2607m), sowie dem Kleinkalter (2513m) ist der kleine Gletscher relativ gut vor der Sonneneinstrahlung geschützt. Doch vor der Gletscherschmelze hat ihn diese geschützte Lage auch nicht bewahren können, so dass sich heute nur noch eine wenige Hektar große Eisfläche erhalten hat.


Für Wanderer endet der Weg noch ein gutes Stück vor dem eigentlichen Gletscher, nämlich bei dem den Gletscher vorgelagerten Toteisfeld, den Überresten der einstigen Gletscherzunge. Entsprechend ausgerüstete Bergsteiger und Kletterer können sich auch noch weiter in den Gletscherbereich vorwagen und von dort zur Blaueisscharte und zum Gipfel des Hochkalter gelangen. Alle anderen müssen hier allerdings kehrtmachen, denn der Rückweg verläuft bei dieser Tour leider zwangsläufig auf derselben Strecke wie der Hinweg (für geübte Bergsteiger kommt theoretisch jedoch auch ein Abstieg von der Schärtenspitze hinab zur Eisboden- und Hochalmscharte in Frage). Kurz hinter der Schärtenalm besteht allerdings bei einer Weggabelung die Möglichkeit alternativ über einen steilen Waldweg direkt nach Ramsau hinabzusteigen. Ansonsten gilt es aber dem bekannten Forstweg wie gehabt bis zum Hintersee zurück zu folgen.


Ausgangspunkt: die zumindest bis zur Blaueishütte durchgängig ausgeschilderte Wanderung beginnt beim Wanderparkplatz Seeklause beim Zauberwald, die Bushaltestelle „Hintersee Zauberwald“ (RVO-Linie 846) ist nur etwa 100 Meter vom Parkplatz entfernt. Es ist auch möglich eine Station vorher beim „Holzlagerplatz Blaueis“ auszusteigen und von dort loszuwandern, da die beiden Wege kurze Zeit später aufeinandertreffen, macht dies aber kaum einen Unterschied.

Dauer: ca. 5-6 Stunden (Hin- und Rückweg)

Entfernung: ca. 10 km (Hin- und Rückweg)

Schwierigkeit / Anspruch: von der beständigen Steigung einmal abgesehen weist der Weg keine besonderen Schwierigkeiten auf, etwas Trittsicherheit ist allenfalls auf dem letzten Teilstück vor der Blaueishütte gefragt. Ohne entsprechende Ausrüstung und Erfahrung sollte man auf jeden Fall vom Betreten der Gletscherfläche absehen.

Abstecher / Anschlusstouren: die Blaueishütte ist Ausgangspunkt für eine Vielzahl anspruchsvoller Berg- und Klettertouren im Hochkaltergebiet, die allesamt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzen. Noch relativ einfach zu erreichen ist dabei die Schärtenspitze, die einen Blick von oben auf den Blaueisgletscher erlaubt. Der Hochkaltergipfel selbst ist hingegen nur für erfahrene Bergsteiger zu empfehlen.

Empfohlene Jahreszeit: Mai - Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Schärtenalm, Blaueishütte

Nützliche Links:

RVO Bus 846. Fahrplan vom RVO Bus 846.

Wikipedia - Blaueis. Wikipedia-Seite zum Blaueisgletscher.

Jäger der Berge - Blaueishütte. Beschreibung der Wanderung bis zur Blaueishütte.

Weykenat - Wanderung zur Blaueishütte und zum Blaueisgletscher. Weitere Beschreibung der Wanderung.