Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Mangfallgebirge - Brecherspitz

Rundwanderung zum Brecherspitz

Der 1683m hohe Brecherspitz ist der höchste Gipfel im näheren Bereich des Schliersees und ein beliebtes Ziel vor allem bei Tagesausflüglern aus München. Wer es etwas ruhiger mag, ist daher vielleicht nicht ganz so gut mit einer Besteigung des Brecherspitz beraten, allerdings handelt es sich durchaus um eine landschaftlich ziemlich ansprechende und abwechslungsreiche Wanderung. Vom Bahnhof Neuhaus nahe des Schliersees geht es zunächst nach rechts in die Waldschmidtstraße, von der aus nach etwa fünf Wegminuten die Grünseestraße nach rechts abzweigt (der Weg zum Brecherspitz ist bereits ab hier ausgeschildert, so dass man den Weg kaum verfehlen kann). Diese führt in etwa fünf weiteren Wegminuten direkt bis zum Waldeingang, wo der eigentliche Wanderweg beginnt. Dabei handelt es sich zunächst um einen breiten Forstweg, der nach einem eher gemächlichen Beginn ziemlich stark ansteigt.


Bevor es aber wirklich hinauf gehen kann, muss zunächst an einer Weggabelung die richtige Abzweigung gewählt werden. Zwar führen beide Wege letztlich zum Brecherspitz, doch nur der obere, rechte Weg führt zur Ankelalm, in den Talkessel des Brecherspitz. Dieser Weg ist, obwohl kürzer, etwas anstrengender zu gehen, dafür aber landschaftlich deutlich reizvoller und zudem weniger stark frequentiert. Der Forstweg zieht sich ein ganzes Stück, bis der Wald dann schließlich allmählich den weiten Wiesenflächen der Ankelalm weicht. Wer nicht bei der schönen, aber schnell überfüllten Almhütte rasten möchte, sollte dies am besten schon ein Stück zuvor am Waldrand tun, da es hier noch ausreichend kühlenden Schatten gibt.


Gleich hinter der Almhütte eröffnet sich der Blick auf den eindrucksvollen Talkessel des Brecherspitz. Der Grund des Kessels ist mit den saftig grünen Wiesen der Ankelalm bedeckt, auf denen friedlich die Kühe grasen. Zur linken Seite erhebt sich der Gipfel des Brecherspitz, von dem aus ein Gratweg halbkreisförmig fast das gesamte Tal umschließt. Kurz nachdem man die Almhütte hinter sich gelassen hat, führt der Weg, der nunmehr nur noch ein kleiner Wiesenpfad ist, auch schon steil nach links hoch. Alsbald lässt sich dann ein erster Blick auf den Schliersee und Fischhausen-Neuhaus werfen, wobei mit jedem Schritt ein immer größerer Teil der umliegenden Landschaft erkennbar wird, bis sich dann spätestens beim Gipfel ein imposantes Rundumpanorama ergibt. Doch bevor man beim Gipfelkreuz eine wohl verdiente Pause einlegen kann, muss erst noch ein steiler Anstieg durch den nahezu vollständig mit Latschenkiefern bewachsenen Gipfelbereich bewältigt werden. Dabei gibt es immer wieder kleinere Passagen, in denen auch die Hände zur Hilfe genommen werden müssen, da der Pfad jetzt zunehmend über größere Felsen hinweg führt. Wer seinen Blick dabei nach rechts, zur anderen Seite des Kessels schweifen lässt, kann dabei auch zum ersten Mal die von hier aus gesehen winzig kleine Freudenreichkapelle erkennen.


Vom Gipfel reicht der Blick dann bei klarem Wetter bis nach Tirol hinein. Auf der anderen Seite des Gipfels beginnt nun der Gratweg, der von einigen wenigen Steigungen abgesehen relativ gerade entlang des Kessels verläuft. Spätestens hier ist neben Trittsicherheit auch Schwindelfreiheit gefragt, da es einige drahtseilgesicherte Passagen gibt, bei denen durchaus Absturzgefahr besteht. Schon nach relativ kurzer Zeit ist dann eine Abzweigung erreicht, wobei ein Weg direkt nach unten zur Oberen Firstalm führt, während der andere Weg weiter über den Grat zur Freudenreichkapelle geht. Wer genügend Zeit mitbringt, kann unbesorgt bis zur Kapelle weiterwandern, da von dort erneut ein Weg zur Oberen Firstalm über die Freudenreichalm abgeht. Bei der hier vorgestellten Variante geht es jedoch direkt an der Weggabelung in schnellen Schritten bergab.


Schon bald ist ein weiterer Forstweg erreicht. Wer hier ein kleines Stück nach rechts geht, erreicht sogleich die Obere Firstalm, bei der es sich schön rasten lässt. Der weitere Wanderweg führt allerdings nach links, hinab zum Spitzingsattel, einem unweit des Spitzingsees gelegenen Bergpass. Dort kann bei Bedarf eine weitere Rast eingelegt werden, bevor es dann ein kurzes Stück entlang der Straße nach Neuhaus weitergeht. Zwar könnte man von hier auch den Bus nach Neuhaus nehmen, doch es lohnt sich, noch etwa eine Stunde weiter bis zu den Josefthaler Wasserfällen zu wandern. Nach der Besichtigung der Wasserfälle besteht dann abermals die Möglichkeit den Bus zu nehmen, was sich dann auch empfiehlt, da der Rest des Weges relativ langweilig entlang der Straße verläuft. Zu den Wasserfällen gelangt man über einen kleinen Wiesenpfad der von der Straße beim Spitzingsattel nach links zum Wald abzweigt. Der Weg durch dieses Waldstück führt relativ steil hinab und mündet bei der Stockeralm. Von dort führt auch ein weiterer Weg nach Neuhaus, zu den Wasserfällen geht es jedoch weiter bergab, parallel zu dem Bach, vorbei an einer beliebten Picknickwiese und erneut in den Wald hinein. Dort sind dann auch schon die ersten Wasserfälle zu bestaunen, der größte der Wasserfälle findet sich allerdings erst ganz am Ende des Weges kurz vor dem Waldausgang. Sobald man den Wald verlassen hat, gelangt man wieder zur Straße nach Neuhaus, wo dann der Bus genommen werden kann. Falls die Zeit es zulässt, ist dann vielleicht sogar noch ein Abstecher zum Schliersee möglich.

Ausgangspunkt: für Bahnreisende beginnt die Wanderung in jedem Fall direkt am Bahnhof Fischhausen-Neuhaus, aber auch PKW-Fahrer parken am besten beim Bahnhof und starten dann vor hier aus zu Fuß, da es am Waldeingang nur wenige Parkmöglichkeiten gibt.

Dauer: ca. 6 Stunden

Entfernung: ca. 14 km

Schwierigkeit / Anspruch: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind vor allem im Gipfelbereich des Brecherspitz, sowie auf dem Gratweg erforderlich, weshalb festes Schuhwerk unumgänglich ist. Insgesamt erfordert insbesondere der Anstieg eine gute Kondition, trotzdem handelt es sich noch um eine recht einsteigerfreundliche Tour, die sich aufgrund diverser Einkehrmöglichkeiten gut in verschiedene Etappen aufteilen lässt.

Abstecher / Anschlusstouren: die Tour zum Brecherspitz ermöglicht eine ganze Reihe von Variationen. So besteht etwa die Möglichkeit von der Freudenreichalm aus anstatt zur Oberen Firstalm direkt nach Neuhaus zu wandern, was allerdings vom Weg her die weniger reizvolle Alternative darstellt. Interessanter ist es da schon von der Oberen Firstalm aus über die benachbarte Bodenschneid (1669m) nach Neuhaus zu wandern, diese Rundtour ist allerdings schon etwas fordernder und benötigt einige Stunden mehr Zeit.

Empfohlene Jahreszeit: Mai-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Ankelalm, Freudenreichalm, Obere Firstalm, Brotzeitstüberl (beim Spitzingsattel)

Nützliche Links:

Auf den Berg - Wanderung von Neuhaus auf den Brecherspitz. Beschreibung der Wanderung zum Brecherspitz mit einem alternativen Rückweg.

Alpfanti - Vom Freudenreichsattel über die Bodenschneid nach Neuhaus. Beschreibung der Wanderung über die Bodenschneid nach Neuhaus.

Wikipedia - Brecherspitz. Wikipedia-Seite zum Brecherspitz.

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