Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Bayerischer Wald - Unterwegs auf dem Goldsteig (2)

Von Bayerisch Eisenstein zum Großen Falkenstein

Der kleine Ort Bayerisch Eisenstein grenzt nicht nur unmittelbar an Tschechien an, sondern auch an die ausgedehnten Wälder des Nationalparks Bayerischer Wald. Von hier aus lassen sich daher eine ganze Reihe attraktiver Wanderungen unternehmen, und auch der Goldsteig führt hier hindurch. Vom Großen Arber aus kommend stellt der Große Falkenstein (1315m) das nächste große Etappenziel des beliebten Fernwanderwegs dar. Auf der gut fünf Stunden langen Wanderung ist für reichlich Abwechslung gesorgt. Dichte, urig anmutende Wälder werden ebenso durchquert, wie alte, weit ausgedehnte Waldweiden und vom Orkan Kyrill 2007 geradezu leer gefegte Hochflächen.


Von anstrengenden Steigungen bleibt man dabei anfangs weitestgehend verschont. Eher gemütlich geht es über Stock und Stein durch zum Teil sehr alte Baumbestände, nach Regentagen kann es hier allerdings auch mal etwas matschig werden. Wie es für den Goldsteig üblich ist, ist auch die Etappe zum Falkenstein bestens mit meist an Bäumen angebrachten Wegsymbolen ausgeschildert. So geht es zielsicher an diversen Weggabelungen vorbei, bis schließlich das so genannte Schwellhäusl erreicht ist. Die idyllisch an einem Waldteich gelegene Gaststube blickt auf eine lange Geschichte zurück, noch im 19. Jahrhundert diente sie als Unterkunft für Waldarbeiter.


Ein kleiner Kanal, der Triftbach, verbindet den Schwellteich mit der Großen Deffernik, die genau auf dem Weg zum nächsten Etappenziel, dem Zwieslerwaldhaus liegt. Über den breit angelegten Schwellsteig, der direkt am Kanal entlang führt, ist die Große Deffernik bald erreicht. Anstatt aber nun dem Verlauf des schönen Waldbachs zu folgen, geht es nun erst einmal auf breiten Fahrwegen bis zum Zwieslerwaldhaus weiter. Dabei handelt es sich um einen im Wald gelegenen Ortsteil der Gemeinde Lindberg, in dessen Zentrum die Gaststätte Zwieseler Waldhaus liegt. Unabhängig davon, ob man dort einkehren möchte oder nicht, der weitere Weg führt in jedem Fall direkt am Gasthof vorbei und wieder in den Wald hinein.


Ab jetzt wird der Weg deutlich steiler als bisher, mit einer halbwegs guten Kondition ist der Anstieg aber dennoch schnell und problemlos geschafft. Oben angekommen, öffnet sich der Wald plötzlich und eine große, nur mit einzelnen Bäumen bestandene Wiesenfläche kommt zum Vorschein: der Ruckowitzschachten. Eine alte Waldweide von beträchtlichen Ausmaßen, und in der Tat die größte dieser Art im Bayerischen Wald. Der Gipfel des Falkensteins ist nun gar nicht mehr so weit, zunächst gilt es jedoch eine vom Orkan Kyrill arg in Mitleidenschaft gezogene Hochfläche zu queren. Dabei bietet sich oft schon ein eindrucksvoller Fernblick, der nur noch vom Gipfelblick selbst übertroffen wird. Im unmittelbar neben dem Gipfel gelegenen Falkenstein-Schutzhaus kann dann nicht nur ausgiebig gerastet, sondern bei Bedarf auch übernachtet werden. Für den Abstieg empfiehlt es sich, nicht den direkten Weg vom Schutzhaus zu nehmen, sondern stattdessen den Schildern zum so genannten Höllbachgespreng zu folgen und dann dort abzusteigen. Der auf den ersten Blick etwas abenteuerlich anmutende Weg durch die felsenreiche Schlucht ist allerdings nur bei gutem Wetter sicher zu gehen.


Ausgangspunkt: Startort der Wanderung ist die Grenzgemeinde Bayerisch Eisenstein. Diese verfügt normalerweise dank der Waldbahn über eine direkte Anbindung an das bundesweite Bahnnetz, allerdings ist die Bahnstrecke schon seit geraumer Zeit aufgrund von Bauarbeiten gesperrt. Im Laufe des Jahres 2015 ist aber mit einer Wiedereröffnung zu rechnen. Bis es soweit ist, muss auf den Schienenersatzverkehr ausgewichen werden. Der (ausgeschilderte) Wanderweg beginnt unweit des an der Bahnlinie gelegenen Localbahnmuseums, nur wenige hundert Meter vom Ortskern entfernt.

Dauer: ca. 5 Stunden

Entfernung: ca. 12,5 km

Schwierigkeit / Anspruch: schwierig ist der Aufstieg zum Falkenstein nicht, aber durchaus von nicht zu unterschätzender Länge. Wer nicht rechtzeitig aufbricht, sollte in jedem Fall eine Übernachtung im direkt beim Gipfel gelegenen Falkenstein-Schutzhaus einplanen, da auch der Abstieg mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. Bei der Abstiegsvariante durch das Höllbachgespreng ist Trittsicherheit von Nöten, bei Regen sollte man angesichts der vielen, leicht rutschigen Felsen besser ganz darauf verzichten. Ausreichend Getränke gehören ebenso ins Gepäck, wie eine kleine Brotzeit, Einkehrmöglichkeiten sind für alle Fälle aber durchaus ausreichend vorhanden.

Abstecher / Anschlusstouren: vom Falkenstein aus kann man die Goldsteig-Tour direkt in Richtung des Großen Rachel fortsetzen. Wer stattdessen lieber zurück ins Tal hinabsteigen möchte, sollte auf jeden Fall (sofern es die Wetterlage zulässt) den etwas längeren Weg durch das sehr sehenswerte Höllbachgespreng in Betracht ziehen.

Empfohlene Jahreszeit: Mai-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Schwellhäusl, Zwieslerwaldhaus, Schutzhaus Großer Falkenstein

Nützliche Links:

Goldsteig-Wandern.de. Ausführliche Beschreibung des gesamten Goldsteigs mit Tourenplaner.

Nationalpark Bayerischer Wald - Rund um den Großen Falkenstein. Informationen zum Wandergebiet "Großer Falkenstein".

Wikipedia - Großer Falkenstein. Wikipedia-Seite zum Großen Falkenstein.

Kommentare (1)

Thema: Falkenstein
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Baris sagt...
Viel Spa├č beim Wandern!
28 Juni 2015 13.32
Seite 1 von 1

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