Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Allgäuer Alpen - Oberstdorf - Fellhorngrat

Wanderung von der Bergstation der Kanzelwandbahn über den Fellhorngrat zum Freibergsee

Der Fellhorngrat gehört sicherlich mit zu den am stärksten frequentierten Wanderwegen in der Bergregion von Oberstdorf. Schließlich führen gleich drei Bergbahnen an unterschiedlichen Punkten der Route nach oben auf den Berg. Dies sollte jedoch nicht davon abschrecken, die aussichtsreiche Wanderung zumindest einmal zu unternehmen. Um nicht gleich vom Besucherstrom erschlagen zu werden, empfiehlt es sich die Wanderung bei der Bergstation der Kanzelwandbahn zu beginnen. Im Gegensatz zur Fellhorn- und der Söllereckbahn ist bei der Kanzelwandbahn selbst an schönen Wochenenden kaum mit Wartezeiten zu rechnen. In umgekehrter Richtung wären zudem deutlich größere Steigungen zu bewältigen.


Oben am Berg angelangt, ist das erste Etappenziel der Wanderung, der Fellhorngipfel (2038m), bereits klar zu erkennen. Wer mag, unternimmt zuerst noch einen Abstecher zum Gipfel der Kanzelwand (2058m) und/oder zum Aussichtspunkt „Rote Wand“, ansonsten geht es direkt in Richtung Fellhorn weiter. Dazu folgt man den (durchgängig) klar ausgeschilderten Wegen ein gutes Stück hinab zum Riezler Alpsee, in dessen Nähe dann der ca. halbstündige Aufstieg zum Fellhorn beginnt. Noch vor dem Gipfel wird die Bergstation der Fellhornbahn passiert, wo gegebenenfalls eine kurze Rast eingelegt werden kann.


Der vergleichsweise breite Gratweg, auf welchem man sich nun befindet, stellt übrigens zugleich die Grenze zwischen Österreich und Deutschland dar. Von hier bietet sich stets zu beiden Seiten ein sehr schöner und vor allem weiter Talblick und eine prächtige Aussicht auf die verschiedenen Bergketten auf deutscher und österreichischer Seite. Die beste Sicht liefert freilich der Fellhorngipfel, allerdings ist dieser die meiste Zeit dicht von Besuchern umlagert. Vom Gipfel ist auch der weitere Gratweg gut erkennbar. Die nächsten Ziele sind der Schlappold- (1969m) und der Söllerkopf (1940m).


Unterhalb vom Gratweg erstreckt sich nun auf deutscher Seite die Schlappoldalpe mit dem Schlappoldsee, während in der Ferne bereits die markanten Gipfel des Söllerkopfes erkennbar sind. Letztere werden vom eigentlichen Gratweg zwar nur gestreift, allerdings ist es natürlich möglich (Achtung: Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind dabei unbedingt erforderlich) einen Abstecher dorthin zu unternehmen. Sobald die „Söllerköpfe“ passiert sind, beginnt nun allmählich der Abstieg inklusive einer kurzen drahtseilversicherten Passage. Auch die Vegetation zu beiden Seiten des Weges nimmt jetzt deutlich zu. Nach Regentagen kann dieser Wegabschnitt stellenweise etwas rutschig sein, es kann also nicht schaden, hier das Schritttempo etwas zu drosseln.


Schließlich zweigt ein Serpentinenweg zur Sölleralpe hinab, während ein weiterer Weg zum Söllereck führt. Im Rahmen dieser Tour geht es jedoch die von kleinen Heidelbeersträuchern gesäumten Serpentinen entlang zur Sölleralpe weiter. Auf den Wiesen der Alpe grasen derweil friedlich die Kühe, unbeeindruckt vom Treiben der Wanderer. Im nahen Rasthof kann nun eine wohlverdiente Pause eingelegt werden. Von hier geht es nun auf einem breiten, ebenen Fahrweg in Richtung der Söllereckbahn weiter. Wer die Wanderung abkürzen möchte, wandert hier also einfach weiter bis zur Bergbahn und nimmt dann unten im Tal den Bus zurück nach Oberstdorf.


Alle anderen Wanderer finden mit einem kleinen (und ausgeschilderten) Pfad, welcher noch ein gutes Stück vor der Söllereckbahn vom Fahrweg abzweigt, die Möglichkeit die Wanderung weiter bis zum Freibergsee und nach Oberstdorf fortzusetzen. Dabei wird schon bald das so genannte „Hühnermoos“-Moor auf Holzplanken durchquert. Der restliche Weg gestaltet sich allerdings relativ unspektakulär und verläuft größtenteils auf breiten Waldwegen. Einen letzten Höhepunkt bildet sicherlich der idyllisch gelegene Freibergsee. Unweit von dessen Ufern führt schließlich der Edmund-Probst-Weg durch den Wald zurück nach Oberstdorf.


Ausgangspunkt: die Talstation der Kanzelwandbahn kann in etwa 20 Minuten per Bus (Richtung Riezlern/Kleinwalsertal) von Oberstdorf aus erreicht werden. Von dort geht es dann mit der Bahn nach oben auf den Berg.

Dauer: ca. 5-6 Stunden

Entfernung: ca. 12 km

Schwierigkeit / Anspruch: aufgrund ihrer Länge verlangt die als Tagestour zu planende Wanderung eine gewisse Kondition, und bei einigen Wegabschnitten auch Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Rast- und Einkehrmöglichkeiten sind in ausreichendem Maße vorhanden und es besteht an verschiedenen Stellen (z.B. durch Nutzung der Fellhornbahn oder der Söllereckbahn) die Möglichkeit, die Tour vorzeitig abzubrechen bzw. abzukürzen.

Abstecher / Anschlusstouren: gleich zu Beginn der Tour kann ein Abstecher zur Kanzelwand unternommen werden. Anstatt später zur Sölleralpe hinabzusteigen, besteht zudem alternativ die Möglichkeit, weiter zum Söllereck zu wandern und von dort dann zur Söllereckbahn.

Empfohlene Jahreszeit: Mai-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Bergstationen der Kanzelwandbahn und der Fellhornbahn, Alpe Schlappold, Sölleralpe, Naturbad Restaurant Freibergsee

Nützliche Links:

Oberstdorf/Kleinwalsertal Bergbahnen. Aktuelle Infos zu den Begbahnen in Oberstodrf und im Kleinwalsertal.

Outdooractive - Fellhorngrat. Beschreibung der Wanderung auf dem Fellhorngrat mit Karte.