Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Allgäuer Alpen - Oberstdorf - Gleitweg

Wanderung vom Nebelhorn ins Oytal über den Gleitweg

Das Gipfelgebiet des 2224 Meter hohen Nebelhorns bei Oberstdorf ist im Sommer wie im Winter Ausgangspunkt zahlreicher interessanter Wanderungen. Dank der (leider etwas überteuerten) Nebelhornbahn ist die Bergstation Höfatsblick, von der aus die meisten Touren starten, auch sehr schnell erreicht. Eine besonders attraktive, allerdings nicht ganz einfache Tour stellt der Abstieg vom Nebelhorn ins Oytal über den so genannten Gleitweg dar. Dieser schmale Bergpfad schlängelt sich in zahllosen Serpentinen langsam den Berg hinab und bietet dabei stets eine herrliche Aussicht.


Bei der Bergstation angekommen, kann man auf der Aussichtsterrasse erst einmal das überwältigende Bergpanorama genießen und vielleicht auch eine Weile dem abenteuerlichen Treiben der vielen Gleitschirmflieger zusehen. Anschließend geht es in Richtung des Zeigersattels und des Seealpsees weiter, die beide sehr gut ausgeschildert sind. Schon nach kurzer Zeit rückt der kleine, jedoch bis zu stattliche 42 Meter tiefe Bergsee auch schon ins Blickfeld. Der Weg bis zum See ist bequem zu gehen und durchaus auch für Familien geeignet. Allerdings sollte man hier unbedingt auf den Wegen bleiben, da an der dem Oytal zugewandten Seite des Sees extreme Absturzgefahr besteht.


Wer den Gleitweg begehen möchte, kann wahlweise einen Abstecher zum Ufer unternehmen, der eigentliche, weiterhin gut ausgeschilderte Weg führt allerdings oberhalb am See vorbei. Ab hier wird der Pfad nun schmal und steinig und schon bald folgt eine erste drahtseilgesicherte Passage. Bei guten Witterungsverhältnissen ist der Weg jedoch relativ sicher zu begehen, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorausgesetzt. Nur hin und wieder gibt es selbst bei schönem Wetter einige glitschige Stellen, auf die besonders Acht gegeben werden sollte. Ansonsten kann man immer wieder mal recht entspannt innehalten und die Aussicht ins Oytal und auf die umliegenden Bergketten genießen. Viel Verkehr, insbesondere aus der Gegenrichtung, herrscht auf dem Gleitweg nicht.


Noch bevor das Tal erreicht ist, kreuzt der Pfad als einen letzten landschaftlichen Höhepunkt einen Wasserfall. Nach einigen weiteren Serpentinen ist dann der Talgrund erreicht und es gilt von Stein zu Stein hüpfend den kleinen Wildbach zu überqueren, der am Ende des Wasserfalls entspringt. Nachdem diese letzte kleine Hürde geschafft ist, geht es nun auf sehr breiten Wanderwegen weiter in Richtung des Oytalhauses, wo bei Bedarf eine längere Pause eingelegt werden kann. Hier kann man zudem auch einen Tretroller mieten, mit welchem die letzten Kilometer bis nach Oberstdorf schnell zurückgelegt sind. Aber auch auf Schusters Rappen ist der Weg gemütlich in einer knappen Stunde zu schaffen.


Ausgangspunkt: mit der Nebelhornbahn geht es von Oberstdorf aus zunächst bis hinauf zur Station Höfatsblick (1932m), der Weg zum Zeigersattel und dem Seealpsee und etwas später auch der Gleitweg sind sehr gut ausgeschildert. Insbesondere an schönen Sommertagen muss bei der Nebelhornbahn mit langen Wartezeiten (teilweise über eine Stunde) gerechnet werden. Es empfiehlt sich daher möglichst früh aufzubrechen.

Dauer: ca. 2-3 Stunden (im Aufstieg bis zu 4 Stunden), noch einmal etwa 1 Stunde vom Oytalhaus bis nach Oberstdorf

Entfernung: ca. 10 km (einschließlich Rückweg nach Oberstdorf)

Schwierigkeit / Anspruch: die vielen Warnhinweise in Bezug auf den Gleitweg, die sich sowohl vor Ort, als auch in diversen Tourenbeschreibungen finden, können schon etwas beunruhigend anmuten. Vermutlich sollen derartige Warnungen aber in erster Linie die vielen Besucher abschrecken, die dank der Nebelhornbahn zum ersten Mal Gelegenheit haben, sich in hochalpinen Gelände zu bewegen. Die Wanderung auf dem Gleitweg sollte in der Tat nicht von Anfängern unternommen werden, doch gibt es rund um Oberstdorf durchaus anspruchsvollere Wege, etwa zwischen Rubihorn und Nebelhorn. Trittsicherheit (Bergschuhe erforderlich) und Schwindelfreiheit sind jedoch auf jeden Fall ein Muss. Bei Regen und Nässe sollte der Weg nicht begangen werden, einige wenige rutschige Passagen sind aber auch an trockenen Tagen unvermeidlich. Hier ist dann besondere Vorsicht geboten. Einige kritischere Passagen wurden außerdem durch Drahtseile etwas entschärft. Im Abstieg ist die Tour nicht sonderlich lang, so dass eine Brotzeit nicht unbedingt ins Gepäck gehört, etwas zu trinken sollte man allerdings schon dabei haben.

Abstecher / Anschlusstouren: wer rechtzeitig zur Station Höfatsblick hinauffährt, kann sehr gut noch zum Gipfel des Nebelhorns hinaufsteigen, bevor es dann wieder hinunter und in Richtung Seealpsee und Gleitweg weitergeht. Ein kleiner Abstecher zum Ufer des Seealpsees ist ebenfalls problemlos möglich, in diesem Fall sollte man sich aber unbedingt von den steil abfallenden Seewänden fernhalten, die schon zahlreiche Todesopfer gefordert haben. Unten im Oytal angekommen, kann man außerdem noch relativ leicht zum Stuibenfall weiterwandern, bevor man dann schließlich den Rückweg nach Oberstdorf antritt.

Empfohlene Jahreszeit: Juni-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Station Höfatsblick, Edmund-Probst Haus, Hintere Seealpe, Oytalhaus

Nützliche Links:

Allgäu Ausflüge - Gleitweg. Schön bebilderter Wanderbericht zum Gleitweg.

Süddeutsche - Über den Seealpsee aufs Nebelhorn. Beschreibung der Wanderung im Aufstieg.

Oberstdorf.de - Bergsportbericht. Aktuelle Infos zur Begehbarkeit der Oberstdorfer Wanderwege.

Das-Höchste.de. Ausführliche Infos zu den Bergbahnen im Kleinwalsertal und in Oberstdorf.

Kommentare (1)

Thema: Gleitweg
3/5 (3)
Gravatar
Baris sagt...
Viel Spa├č beim Wandern!
31 August 2015 12.41
Seite 1 von 1

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