Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Altmühltal - Weltenburger Enge

Rundwanderung durch die Weltenburger Enge

Das im Naturpark Altmühltal gelegene Naturschutzgebiet Weltenburger Enge wird häufig auch einfach als Donaudurchbruch bezeichnet. Zwischen der kleinen Stadt Kelheim und dem Kloster Weltenburg bahnt sich die Donau hier ihren Weg durch ein enges Tal, welches zu beiden Seiten von hohen, steil aufragenden Felswänden gesäumt wird. Viele Besucher erleben das Tal von Bord eines der zahlreichen Ausflugsschiffe aus, die zwischen Kelheim und dem Kloster Weltenburg hin und her pendeln. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden, allerdings lässt sich die Weltenburger Enge auch hervorragend wandernd erkunden. Die Wanderung beginnt dabei ebenfalls bei der Schiffsanlegestelle, von dort führt ein Wanderweg direkt am Ufer der Donau entlang. Weit oben auf dem Steilhang zu Beginn des Durchbruchtals thront die weithin sichtbare Befreiungshalle, das Wahrzeichen Kelheims. Für einen kurzen Abstecher ist der Weg dort hinauf allerdings zu lang und zu steil, daher sollte man sich gleich zu Beginn entscheiden, ob man lieber die Befreiungshalle besichtigen oder stattdessen dem hier beschriebenen Uferweg folgen möchte. Von der Befreiungshalle führt dann ein alternativer Weg durch den Wald ebenfalls in Richtung des Klosters Weltenburg (siehe auch weiter unten unter „Abstecher und Anschlusstouren“). Wer dem Uferweg folgt, muss zwar auf die Befreiungshalle verzichten, wird aber mit der beständigen Aussicht auf die Donau und die imposanten, bis zu 80 Meter hohen Felswände entlohnt, die sich immer wieder entlang des Durchbruchtals auftürmen und aus den dichten Wäldern zu beiden Talseiten herausragen.


Die Einsiedelei Klösterl, ein ehemaliges Franziskanerkloster, stellt das erste Etappenziel der Tour dar und schmiegt sich dicht an eine der großen Felswände des Tals. Die dort befindliche und passenderweise als „Felsenkirche“ bezeichnete Nikolauskapelle ist sogar unmittelbar mit dem Fels verbaut worden. Vom Klösterl geht es dann erst einmal noch etwas weiter am Ufer entlang, vorbei an der Bienenkorb-Felswand und einer großen mit Obstbäumen bestandenen Wiesenfläche, hinter welcher der Weg dann allmählich ansteigend in den Wald hinaufführt. Nachdem man etwa ein halbe Stunde durch den Wald gewandert ist und dabei einige (gut beschilderte) Wegkreuzungen passiert hat, nähert sich der Weg den Steilabhängen des Donautals. Über einen kurzen Abstecher lässt sich ein kaum zu übersehender Aussichtspunkt erreichen, der einen eindrucksvollen Blick hinab ins Flusstal und auf das Kloster Weltenburg mit dem dahinter aufragenden Frauenberg ermöglicht. Vom Aussichtspunkt geht es zurück auf den Hauptweg, der sich nun alsbald in recht steil und schmal angelegten Serpentinen ins Tal hinab windet.


Unten angekommen, gilt es nun die Donau zu überqueren, um das auf der anderen Seite gelegene Kloster Weltenburg zu erreichen. Dafür steht zum einen eine Seilfähre zur Verfügung, die auch bei schlechtem Wetter unermüdlich übersetzt. Zum anderen gibt es aber auch noch die so genannten Zillen, kleine Holzboote, welche kleinere Personengruppen gegen ein kleines Entgelt besonders schnell und direkt zum anderen Ufer befördern, sofern es die Wetterverhältnisse zulassen. Egal für welche Variante man sich entscheidet, das nächste Etappenziel ist in jedem Fall die gewaltige Klosteranlage. Wer mag, kann auch noch einen kleinen Spaziergang auf den ausgedehnten Sandbänken unmittelbar vor dem Kloster unternehmen. Anschließend geht es dann in den Innenhof, in welchem bei schönem Wetter reger Biergartenbetrieb herrscht. Aber natürlich wird hier nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell einiges geboten. Die Ursprünge der Benediktinerabtei Weltenburg reichen bis in das frühe Mittelalter zurück. Von touristischem Interesse sind vor allem die Klosterkirche St. Georg und die seit dem Jahre 1050 bestehende Klosterbrauerei.


Vom Kloster Weltenburg bietet sich gegebenenfalls auch eine Rückfahrt mit dem Schiff an, zumal der Wanderweg zurück nach Kelheim bei Weitem nicht so aussichts- und abwechslungsreich wie der Hinweg ist. Dies liegt vor allem daran, dass der Rückweg relativ weit entfernt vom Donauufer verläuft. Die dabei zu durchquerenden, unter Naturschutz befindlichen Mischwaldbestände sind allerdings durchaus sehenswert. Bevor der Weg aber in den Wald hineinführt, geht es zunächst direkt hinter dem Kloster Weltenburg den mit Wiesen bedeckten Hügel (Frauenberg) hinauf, vorbei an der Frauenbergkapelle und einem kleinen Kreuzweg, sowie den Überresten eines römischen Kastells. Entlang des so genannten Wolfgangswalles lässt sich dann die Wiese in Richtung des Waldes überqueren, von wo aus der weitere Weg in Richtung Kelheim durchgehend ausgeschildert ist. Nur einmal verlässt der Wanderweg dabei kurzzeitig das Waldgebiet, stellenweise ist man leider auch recht dicht an einer Straße unterwegs, von der immer wieder Motorenlärm in den Wald hinüberdringt. Dafür ist dieser Weg aber auch längst nicht so überlaufen wie die Strecke entlang des Donauufers. Kurz vor Kelheim wird der ansonsten ziemlich breite und einfache Wanderweg dann schmaler und etwas schwieriger zu gehen, hier findet sich dann mit dem Wieserkreuz auch der einzige Aussichtspunkt des Rückwegs, der noch einmal einen herrlichen Blick in das Durchbruchstal ermöglicht. Der schöne Waldweg mündet dann schließlich etwas ernüchternd in einer Brachfläche und dem kleinen Industriegebiet von Kelheim, das aber schnell durchquert ist und sich unweit des Ausgangspunktes dieser Wanderung befindet.


Ausgangspunkt: wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kommt zunächst am Bahnhof Saal (Donau) an. Von dort geht es mit dem Bus (RBO 6022) weiter nach Kelheim (Wöhrdplatz/Zentrum), zum eigentlichen Ausgangspunkt dieser Wanderung. Zu Fuß dauert es etwa 50 Min. vom Bahnhof bis zum Zentrum von Kelheim. Der Wöhrdplatz selbst ist nur ein kurzes Stück von der Schiffsanlegestelle entfernt, wo auch der Wanderweg entlang der Donau beginnt.

Dauer: ca. 4-5 Stunden

Entfernung: ca. 14 km

Schwierigkeit / Anspruch: die Wanderung ist insgesamt gesehen nicht besonders schwierig, auch die zu bewältigenden Steigungen halten sich in Grenzen. Beim Abstieg hinunter zur Donau bei Weltenburg, sowie im Bereich um den Aussichtspunkt Wieserkreuz ist ein gewisses Maß an Trittsicherheit erforderlich. Die Wanderung ist zwar lang, bietet aber genügend Möglichkeiten für eine Rast und lässt sich so in ganz angenehm zu gehende Etappen unterteilen.

Abstecher / Anschlusstouren: kurz nach Beginn der hier beschriebenen Tour besteht bei einer kleinen Abzweigung die Möglichkeit vom Uferweg steil hinauf zur Befreiungshalle zu wandern. Nach einer Besichtigung des eindrucksvollen Rundbaus gelangt man über einen Waldweg zum Naturschutzgebiet Weltenburger Enge und kann dann von dort die Tour bis zum Kloster Weltenburg fortsetzen. Wer zwei oder mehr Tage in Kelheim verbringt, sollte auf jeden Fall auch noch eine Rundwanderung oder Bootsfahrt zum Markt Essing mit der Burg Randeck unternehmen.

Empfohlene Jahreszeit: Mitte März - Ende Oktober (von November bis Mitte März wird der Fährverkehr eingestellt, daher sind die Wandermöglichkeiten in dieser Zeit deutlich eingeschränkt)

Einkehrmöglichkeiten: Einsiedelei Klösterl, Klosterschenke Weltenburg, sowie etliche Einkehrmöglichkeiten im Zentrum von Kelheim

Nützliche Links:

Wikipedia - Donaudurchbruch bei Weltenburg. Wikipedia-Seite zur Weltenburger Enge.

Kloster Weltenburg. Offizielle Webseite des Klosters Weltenburg.

RBO Bus 6022. Fahrplan vom RBO Bus 6022 (PDF-Datei).

Personenschifffahrt im Altmühltal und Donaudurchbruch. Infos zu den Fahrplänen und Tarifen der Personenschifffahrt Kelheim.

Kommentare (1)

Thema: Weltenburger Enge
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Baris sagt...
Viel Spa├č beim Wandern!
19 September 2014 09.17
Seite 1 von 1

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