Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Allgäuer Alpen - Oberstaufen -
Nagelfluh-Gratwanderung

Gratwanderung über die Nagelfluhkette

Die Nagelfluh-Gratwanderung gehört wohl mit zu den eindrucksvollsten Wandertouren, die man im Allgäu unternehmen kann. Insgesamt umfasst diese mitunter recht anspruchsvolle Gratwanderung acht verschiedene Gipfel der so genannten Nagelfluhkette. Den Anfang macht dabei der Hochgrat, in dessen Gipfelbereich man bequem mit der Hochgratbahn gelangen kann. Zum eigentlichen Gipfel (1834m) ist es von der Bergstation aus nur noch ein kurzes, aber durchaus steiles Stück Weg. Die vorbildliche Beschilderung im Naturpark Nagelfluhkette macht die Orientierung leicht, jenseits des Gratwanderweges gibt es hier oben allerdings sowieso kaum alternative Wege. Der Ab- und Aufstieg zum nächsten Gipfel, dem Rindalphorn (1822m) gestaltet sich schon etwas schwieriger, wobei es nicht unbedingt nötig ist, bis ganz zum Gipfel hinauf zu wandern. Wer auf den Abstecher zum Gipfelkreuz verzichtet, spart dabei aber nicht sonderlich viel an Kraft und Zeit ein und verpasst bei entsprechend guten Wetter eine schöne Aussicht. Ein gutes Zeitmanagement ist bei der Nagelfluh-Gratwanderung allerdings durchaus wichtig, zumindest dann, wenn man am Ende mit der Mittagbahn nach Immenstadt hinabfahren möchte. Zu sehr hetzen lassen sollte man sich jedoch nicht, denn dann kann man das durchweg schöne Panorama bei dieser Wanderung gar nicht mehr richtig genießen. Da ist es dann schon fast besser, es in Kauf zu nehmen, dass man möglicherweise zu Fuß wird absteigen müssen. Wer aber schon früh morgens (bis ca. 9.00 Uhr) die Hochgratbahn nimmt und keine allzu langen Pausen einlegt, sollte eigentlich keine Probleme haben, die Mittagbahn rechtzeitig zu erreichen.


Der Abstieg vom Rindalphorn ist aufgrund des felsigen Weges etwas mühsam, aber schnell geschafft. Trotzdem kann es ratsam sein, jetzt in der so genannten Gündlesscharte eine kleine Pause einzulegen, denn der nun folgende Aufstieg zum Gündleskopf (1748m) hat es durchaus in sich und kann recht kräftezehrend sein. Dafür geht es im Anschluss aber auch erst einmal eine ganze Weile vergleichsweise entspannt weiter. Der nächste Gipfel, der Buralpkopf (1772m) ist schnell erreicht, erst wenn es zum Sedererstuiben (auch einfach Sederer genannt, 1737m) hinauf geht, wird die Wanderung wieder etwas anstrengender. Wer es etwas ruhiger mag, macht dann auf dem Sederer eine Pause, anstatt gleich weiter zum nahen Stuiben zu gehen, denn dort kann es mitunter ganz schön voll werden.


Kurz nach dem Gipfel des Stuiben folgt dann eine der schwierigeren Passagen der Wanderung, denn hier geht es an einem Drahtseil eine kleine Felswand hinab. Tatsächlich ist dieses Stück aber weitaus weniger schwierig, als es auf dem ersten Blick erscheinen mag. Idealerweise wartet man solange mit dem Abstieg, bis eventuelle Wanderer aus der entgegengesetzten Richtung oben angekommen sind, um sich an der Wand nicht unnötig in die Quere zu kommen. Unten angekommen, ist durchaus weiter Vorsicht geboten, da der Weg hier einige sehr ausgesetzte Stellen aufweist und gar nicht immer so leicht zu erkennen ist. Damit ist dann aber auch der gröbste Teil der Wanderung geschafft, obwohl es nun gleich wieder hinauf geht, nämlich zum Steineberg (1683m). Die 17m lange Leiter beim Steineberg wirkt für manche Wanderer zwar einschüchternd, allerdings ist man nicht zwingend darauf angewiesen, sondern kann die Leiter auch einfach umgehen. Zwar gibt es noch eine weitere drahtseilgesicherte Passage, doch der restliche Weg zum Mittag (1451m) verläuft im Großen und Ganzen ziemlich entspannt. Wenn die Zeit es erlaubt, kann man sich nun noch im Gasthaus bei der Bergstation stärken, oder sich auch gleich zur Sesselbahn begeben und dann unten in Immenstadt eine wohl verdiente Mahlzeit zu sich nehmen.


Ausgangspunkt: als Ausgangspunkt dient die Talstation der Hochgratbahn (kann von Oberstaufen aus mit dem Bus erreicht werden), mit welcher man bis zur Bergstation nahe dem Gipfel fährt. Von dort an ist der Gratwanderweg sehr gut ausgeschildert, einfach immer den Grat entlang in Richtung des Mittagberges wandern. Für die Nagelfluh-Gratwanderung bietet sich der Kauf einer Kombikarte für Hochgratbahn und Mittagbahn (14 Euro) an. Will man die Mittagbahn jedoch nutzen, empfiehlt es sich früh aufzubrechen, da die letzte Talfahrt schon um 17.00 Uhr stattfindet. Ansonsten muss man den Mittagberg selber bis nach Immenstadt hinabsteigen, was noch einmal bis zu 2 Stunden in Anspruch nehmen kann. Es ist möglich die Nagelfluh-Gratwanderung auch in umgekehrter Richtung von Immenstadt aus zu unternehmen, allerdings muss in diesem Fall ein spürbar größerer Höhenunterschied bewältigt werden.

Dauer: ca. 7 Stunden

Entfernung: ca. 14 km

Schwierigkeit / Anspruch: die Nagelfluh-Gratwanderung ist nur für bergerfahrene Wanderer zu empfehlen und kann vor allem konditionell recht fordernd sein. Darüber hinaus sind Trittsicherheit (Bergwanderschuhe sind hier ein Muss) und Schwindelfreiheit auf dieser Wanderung unabdingbar. Größtenteils ist der Steig zwar vergleichsweise einfach zu begehen, es gibt jedoch einige schwierigere Passagen zu bewältigen, darunter auch drahtseilgesicherte Abschnitte. Außerdem wartet der Weg mit einigen ziemlich fordernden Steigungen auf. Von dem richtigen Schuhwerk einmal abgesehen, ist aber keine besondere Ausrüstung erforderlich. Da es unterwegs keinerlei Einkehrmöglichkeiten gibt, muss jedoch unbedingt eine ausreichende Menge an Wasser und Verpflegung mitgenommen werden.

Abstecher / Anschlusstouren: die Nagelfluh-Gratwanderung ist eine Tageswanderung und erlaubt daher eigentlich keine Abstecher, wer die Wanderung allerdings vorzeitig abbrechen möchte oder muss, hat an verschiedenen Punkten die Möglichkeit zurück ins Tal hinabzusteigen. Diese Abstiegsmöglichkeiten sind aber nur sehr begrenzt vorhanden, was bei der Planung der Wanderung berücksichtigt werden sollte. Wer auch den westlichen Teil der Nagelfluhkette (Hochhäderich bis Hochgrat) begehen möchte, muss die Tour zudem als Zwei-Tages-Wanderung planen und kann zu diesem Zweck im Staufner Haus am Hochgrat übernachten.

Empfohlene Jahreszeit: Mai bis Oktober

Einkehrmöglichkeiten: außer bei den Bergstationen der Hochgratbahn und der Mittagbahn gibt es auf dieser Tour leider keine weiteren Einkehrmöglichkeiten.

Nützliche Links:

Wikipedia - Nagelfluh-Gratwanderung. Wikipedia-Seite zur Nagelfluh-Gratwanderung.

Nagelfluhkette Allgäuer Berge. Detaillierte Infos zu allen Etappen der Wanderung.

OutdoorActive - Nagelfluh-Gratwanderung. Weitere Beschreibung der Gratwanderung.

Hochgratbahn. Webseite der Hochgratbahn.

Mittagbahn. Webseite der Mittagbahn.

Oberstaufen - Busfahrpläne. Die aktuellen Busfahrpläne für Oberstaufen und Umgebung.

Staufner Haus. Webseite vom Staufner Haus.

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