Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Schwarzwald - Naturschutzgebiet Gletscherkessel Präg

Rundwanderung im Naturschutzgebiet Gletscherkessel Präg

Nicht allzu weit vom Feldberg entfernt findet sich mit dem Gletscherkessel Präg ein weiteres ausgedehntes Naturschutzgebiet im Hochschwarzwald. Gleich sechs Gletscher haben hier im Laufe der Jahrtausende einen imposanten Talkessel geschaffen, in dessen Zentrum die kleine Ortschaft Präg steht, die gleichzeitig auch den Ausgangspunkt dieser schönen Rundwanderung darstellt. Von den Gletschern selbst ist dabei zwar längst nichts mehr zu sehen, dafür geht es aber quer (und teilweise durchaus steil) über wunderbar aussichtsreiche Bergwiesen und -weiden, die nicht zuletzt aufgrund ihrer abwechslungsreichen Vegetation zu begeistern wissen.


Direkt in der Ortsmitte von Präg gibt eine Wanderkarte am Straßenrand (Hochkopfstraße) einen ersten Überblick über die verschiedenen Wandermöglichkeiten im Naturschutzgebiet. Im Mittelpunkt steht dabei der Rundwanderweg „Gletscherkessel Präg“, wobei die hier beschriebene Tour diesem Wanderweg jedoch nur in Teilen folgt. Zunächst geht es aber wie auf der Karte beschrieben weiter bis zur nächsten Straßengabelung, wo man dann die Hochkopfstraße verlässt und auf die kleinere, so gut wie nicht befahrene Grabenstraße wechselt. Die Grabenstraße gabelt sich gleich darauf selbst noch einmal, hier hält man sich links. Dann geht es etwa 200 Meter später bereits aus dem Ort hinaus und unmittelbar ins Naturschutzgebiet hinein.


Zunächst geht es durch ein kleines Waldstück, in welchem man, immer noch der kleinen Straße folgend, alsbald das mit vielen Felsbrocken durchsetzte Wildbodenbächle überquert. Nach einer weiteren Wegbiegung ist schon das Ende des Waldes erreicht, fortan wird die Straße zu beiden Seiten von Wiesen und Weiden umsäumt. Auf der rechten Seite erhebt sich der so genannte Schweinebuck, ein besonders steiles und großflächiges Weidfeld, welches zugleich die Kernzone des Naturschutzgebiets darstellt. Noch geht es aber nicht hinauf, sondern erst einmal noch einige hundert Meter weiter die Straße entlang, vorbei an einer ersten Abzweigung Richtung Schweinebuck und dann schließlich bei der nächsten Abzweigung (ist als Teil des Rundwegs ausgeschildert) endlich auf naturnahen Pfaden bergauf.


Wenig später führt der Weg an einer äußerst imposant wirkenden Weidbuche vorbei. Diese, durch Verbiss entstehende Buchenform ist typisch für die im Südschwarzwald noch relativ häufig anzutreffenden Weidfelder. Darüber hinaus finden sich hier aber auch noch viele weitere Pflanzenarten, von der Glockenblume bis hin zum Flügelginster. Neben vielen, teils seltenen Vogelarten wie etwa der Zippammer verdienen außerdem die hier anzutreffenden Weidtiere besondere Erwähnung. Die so genannten Hinterwälder-Rinder sind im Schwarzwald heimisch und fallen sofort durch ihren gedrungenen Körperbau auf. Mit den steilen Hängen des Schweinebucks haben diese speziellen Rinder keine Probleme, ganz im Gegenteil bewegen sie sich vielmehr mühelos durch die bergige Landschaft.


Nachdem man die Weidbuche passiert hat, geht es erst einmal wieder durch ein Waldstück hindurch, dann findet man sich aber auch schon bald auf den Weidflächen des Schweinebucks wieder und hat zum ersten Mal einen guten Ausblick auf nahezu den gesamten Gletscherkessel. Der kleine, steinige Pfad führt noch weiter bergauf und mündet schließlich bei einem kleinen Rastplatz mit einer einzelnen Sitzbank. Von hier aus geht es auf einem breiteren Forstweg (der Schweineweg; nicht mehr Teil des offiziellen Rundwegs) zurück nach Präg. Dabei hat man die meiste Zeit einen sehr schönen Blick auf den Schweinebuck und die dort grasenden Hinterwälder. Der Forstweg führt außerdem etwas oberhalb am Wildbodenbächle entlang, welches hier für eine kurze Strecke eine tief eingeschnittene Klamm geschaffen hat. Da es jetzt nur noch leicht bergab geht, ist der Ausgangspunkt dann auch schnell wieder erreicht.


Ausgangspunkt: die Wanderung beginnt bei der Grabenstraße in Präg (ein etwas abgelegener Ortsteil der Stadt Todtnau). Die Haltstelle Präg-Hinterdorf der Buslinie 7321 (startet beim Busbahnhof in Todtnau) liegt in nächster Nähe zur Grabenstraße.

Dauer: ca. 2 Stunden

Entfernung: ca. 5 km

Schwierigkeit / Anspruch: der auf den Schweinebuck hinaufführende Pfad erfordert ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Dieser Teil des Weges ist zudem recht steil, nach Erreichen des Rastplatzes gibt es jedoch keine weiteren Steigungen. Da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten gibt, sollte man zumindest etwas zum Trinken im Gepäck haben.

Abstecher / Anschlusstouren: alternativ zu der hier beschriebenen Tour lässt sich das Naturschutzgebiet auch komplett auf dem offiziellen Rundweg erkunden. Außerdem bietet sich von der Straße zu Beginn der Wanderung ein Abstecher zum Präger Wasserfall an (ist ausgeschildert).

Empfohlene Jahreszeit: Mai-November

Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus-Pension Hirschen, Hotel Landhaus Sonnenhof

Nützliche Links:

NSGP.de - Streckenblatt Gletscherkessel Präg. Infoblatt zum Naturschutzgebiet mit Karte (PDF-Datei).

Wikipedia - Gletscherkessel Präg. Wikipedia-Seite zum Gletscherkessel.

Wikipedia - Weidbuche. Wikipedia-Seite zur Weidbuche und Weidfeldern im Allgemeinen.

Busfahrpläne für die Schwarzwaldregion Belchen. Verschiedene Busfahrpläne im PDF-Format, auch von der Linie 7321.