Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Allgäuer Alpen - Oberstdorf - Rubihorn

Rundwanderung zum Rubihorn und Gaisalpsee

Neben dem Nebelhorn (2224m) zählt das zur selben Gipfelkette gehörende Rubihorn (1957m) sicherlich mit zu den bekanntesten und auch markantesten Gipfeln bei Oberstdorf. Im Rahmen einer langen, aber äußerst schönen und abwechslungsreichen Rundwanderung lassen sich sowohl das Rubihorn, als auch der etwas unterhalb des Gipfels befindliche Untere Gaisalpsee direkt vom Tal aus erreichen. Wer sich die Wanderung etwas verkürzen möchte, kann auch zunächst mit der Nebelhornbahn bis zur Station Seealpe fahren und die Wanderung von dort aus beginnen. In diesem Fall verpasst man jedoch die sehenswerte erste Etappe durch den wildromantischen Faltenbachtobel.


Der Weg zum Faltenbachtobel befindet sich gleich hinter der Erdinger Arena in Oberstdorf und kann kaum übersehen werden, zumal in regelmäßigen Abständen Wegweiser aufgestellt sind. Die den Berg hinabstürzenden Wassermassen des Faltenbachtobels sind nicht nur ein beeindruckendes Naturschauspiel, sondern werden auch zur Stromgewinnung genutzt. Weiter oben am Tobel kommt man dementsprechend auch an einer kleinen Wasserkraftanlage vorbei. Zu Beginn des Weges geht es aber erst einmal auf einen mächtigen Wasserfall zu, bevor sich ein Pfad langsam den Berg hinaufzuwinden beginnt und dabei immer dicht am Wasser entlangführt. Erst nachdem die Wasserkraftanlage erreicht ist, rückt der Tobel in weitere Ferne, ist aber weiterhin gut zu hören. Von hier aus folgt man einfach den Wegweisern bis zur Station Seealpe, der Wanderpfad verläuft dabei mehr oder weniger parallel zur Nebelhornbahn.


Ab der Seealpe ist dann bereits der Weg zum Rubihorn ausgeschildert, allerdings sind die Schilder eher spärlich verteilt und anfangs ist der Pfad auch gar nicht immer so leicht als solcher zu erkennen, weshalb hier ein gewisses Orientierungsvermögen gefragt ist. Der Weg führt zunächst über saftig grüne Wiesen und durch eher lockere Baumbestände und steigt im Vergleich zum ersten Wegstück auch gar nicht mehr so steil an. Dies ändert sich aber schlagartig, wenn erst einmal der in schier endlosen Kehren zum Niedereck (1862m) hinaufführende Wegabschnitt erreicht ist. Dieser Anstieg ist nicht nur lang und steil, sondern auch mit einigen kleineren, aber vergleichsweise harmlosen Kraxeleinlagen verbunden. Das Gelände ist dabei recht monoton ausschließlich mit Latschenkiefern bewachsen. Wer kurz inne hält und sich einmal umdreht, kann aber immerhin den nun immer imposanter werdenden Blick hinab ins Tal genießen und so neue Kräfte für die folgenden Höhenmeter schöpfen.


Oben angekommen rücken zum ersten Mal die Gipfel der so genannten Daumengruppe ins Blickfeld, vom Rubihorn bis hin zum Nebelhorn. Nach rechts geht es zum Geißalphorn (1953m) und von dort aus über den Grat weiter zum Nebelhorn. Diese Route ist allerdings nur für erfahrene Bergwanderer zu empfehlen, schon der Aufstieg zum Geißalphorn ist nicht ganz einfach. Zum Rubihorn geht es hingegen nach links weiter über den Grat, wobei ein erneuter, aber nur sehr kurzer Anstieg ansteht. Abermals müssen dabei auch einige mit Drahtseilen gesicherte Passagen bewältigt werden, die aber technisch nicht sonderlich anspruchsvoll sind. Bevor es zum Gipfel hochgeht, zweigt noch einmal ein Weg hinab ins Tal ab. Dieser Weg führt zum Unteren Gaisalpsee (1508m) und wird im Falle einer Rundwanderung auf dem Rückweg vom Gipfel anstelle des bekannten Aufstiegweges für den Abstieg genutzt. Zunächst gilt es aber das famose Gipfelpanorama vom Rubihorn aus in vollen Zügen zu genießen und sich für den Abstieg zu stärken.


Der Abstieg bis zum Unteren Gaisalpsee (welchen man zuvor schon vom Rubihorn aus bewundern konnte) ist relativ steil, aber vergleichsweise schnell geschafft. Den in einer etwas höher gelegenen Senke versteckten Oberen Gaisalpsee bekommt man auf dieser Wanderung übrigens nicht zu Gesicht, dazu müsste man sich zuerst zum Geißalphorn begeben. Das macht aber nichts, denn der Untere Gaisalpsee ist spektakulär genug gelegen und lädt an heißen Sommertagen sogar zum Baden ein. Aber auch an kälteren Tagen machen es sich viele Wanderer auf den Wiesen rund um den kleinen Bergsee gemütlich. Die Zeit sollte man dabei allerdings besser nicht aus den Augen verlieren, denn der weitere Abstieg nimmt noch einmal gut eine Stunde in Anspruch.


Der Abstiegsweg ist nicht zwar nicht besonders schwierig, aber stellenweise recht feucht und glitschig, so dass man es mit dem Tempo besser nicht zu sehr übertreiben sollte. Im Vergleich zum Aufstieg zum Niedereck ist dieser Weg landschaftlich sehr reizvoll, so gibt es beispielsweise einige kleinere Wasserfälle und wild plätschernde Gebirgsbäche zu sehen. Schließlich sind irgendwann die Wiesen der Gaisalpe und der dazugehörige Gasthof erreicht. War man bislang auf sehr naturnahen Pfaden unterwegs gewesen, geht es nun erstmals auf einem breiten Fahrweg weiter. Dieser führt zu einer kleinen Kapelle, wo sich der zurück nach Oberstdorf führende Wallraffweg schließlich von der Fahrstraße trennt. Beim Wallraffweg handelt es sich um einen sehr gemütlichen, breit angelegten Wanderweg, der in dieser Richtung nur wenige Steigungen aufweist und notfalls auch noch im Halbdunkel beschritten werden kann. Nach einer knappen Stunde befindet man sich schließlich wieder am Ausgangspunkt, der Erdinger Arena in Oberstdorf.


Ausgangspunkt: die Wanderung beginnt unmittelbar hinter der Skisprunganlage Erdinger Arena. Hier beginnt bzw. endet nicht nur der Wallraffweg, sondern gabelt sich auch ein Wanderweg zum Faltbachtobel ab. Wer die Wanderung in umgekehrter Richtung unternehmen möchte, kann entweder auf dem Wallraffweg bis zur Gaisalpe weitergehen oder aber die Wanderung von der Ortschaft Reichenbach aus starten (in diesem Fall folgt man einfach den Wegweisern zur Gaisalpe, besonders schön ist der Tobelweg).

Dauer: ca. 6 Stunden

Entfernung: ca. 13,5 km

Schwierigkeit / Anspruch: egal in welcher Richtung man die Wanderung unternimmt, in jedem Fall ist ein kräftezehrender Aufstieg zu bewältigen, der eine gute Kondition voraussetzt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier ebenfalls dringend erforderlich, denn es gibt eine ganze Reihe ausgesetzter, mit Drahtseilen gesicherter Passagen, insbesondere im Abstieg zum Gaisalpsee. Von Bergschuhen einmal abgesehen, ist keine besondere Ausrüstung erforderlich. Ausreichend Getränke und Verpflegung gehören angesichts der Länge der Wanderung und der wenigen Einkehrmöglichkeiten unbedingt mit ins Gepäck.

Abstecher / Anschlusstouren: das Rubihorn kann als Ausgangspunkt für eine anspruchsvolle Gipfelüberschreitung zum Nebelhorn genutzt werden, alpine Erfahrung und gute Witterungsverhältnisse sind hierfür allerdings unerlässlich.

Empfohlene Jahreszeit: Juni-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Berggasthof Seealpe, Berggasthof Gaisalpe, Breitenberg Cafè (am Wallraffweg gelegen), diverse Einkehrmöglichkeiten in Oberstdorf

Nützliche Links:

Wikipedia - Rubihorn. Wikipedia-Seite zum Rubihorn.

Oberstdorf.de - Bergtour aufs Rubihorn. Beschreibung der Tour zum Rubihorn.

Über das Rubihorn zum Nebelhorn. Infos zur Wanderung vom Rubihorn zum Nebelhorn.

Oberstdorf.de - Bergsportbericht. Aktuelle Infos zur Begehbarkeit der Oberstdorfer Wanderwege.

Wikipedia - Nebelhornbahn. Wikipedia-Seite zur Nebelhornbahn.