Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Spessart - Unterwegs auf dem Spessartweg

Über den Spessartweg von Gemünden nach Lohr am Main

Der Spessart ist ein waldreiches Mittelgebirge im Grenzgebiet zwischen Bayern und Hessen und kann unter anderem auf den beiden so genannten Spessartwegen durchwandert werden. Der Spessartweg 1 verläuft dabei auf ca. 62 Kilometern Länge von West nach Ost, von Aschaffenburg bis nach Gemünden am Main. Von Norden nach Süden hingegen verläuft der mit ca. 58 Kilometern etwas kürzere Spessartweg 2 von Heigenbrücken bis nach Stadtprozelten. In diesem Beitrag wird jedoch ein Teilabschnitt des Spessartwegs 1 vorgestellt, genauer gesagt die erste Etappe in Ost-West Richtung von Gemünden nach Lohr am Main.


Wie alle anderen Wanderrouten im Spessart nutzt auch der Spessartweg ausschließlich bereits vorhandene Wald-, Forst- und Feldwege, eigens eingerichtete Wanderwege gibt es hier nicht. Dadurch müssen bei der Wegeführung einige Umwege in Kauf genommen werden, außerdem können bei einigen Abschnitten eher eintönige Forst- und Feldwege nicht umgangen werden. Wo möglich, wurde allerdings durchaus auf eher naturnahe Wege ausgewichen. Schon gleich zu Beginn bei Gemünden am Main geht es auf einem solchen Weg durch die ersten Ausläufer des Spessarts los. Dieser erste Teil der Wandertour ist ziemlich steil, stellt allerdings auch schon gleich die größte Anstrengung der gesamten Wanderung dar, der Rest des Weges gestaltet sich deutlich einfacher. Nachdem das Plateau nach etwa einer halben Stunde erreicht ist, geht es nämlich vorerst auf eher ebenen Wegen durch den Wald weiter. Die Wegmarkierungen des Spessartweges sorgen dabei dafür, dass man stets die richtige Abzweigung nimmt. Allerdings ist die Beschilderung nicht wirklich perfekt, denn nicht immer ist ganz eindeutig klar, welcher Weg denn nun der richtige sein soll. Bis auf wenige Ausnahmen stellt dies aber kein allzu großes Problem dar.


Der Spessartweg verlässt alsbald kurzzeitig den Wald und führt an dessen Rändern auf Feldwegen bis kurz vor die kleine Ortschaft Massenbuch, um dann sogleich wieder in den Wald zurückzuführen. Ein etwas unnötig erscheinender Schlenker, der sich eigentlich nur dann lohnt, wenn man Massenbuch auch tatsächlich einen Besuch abstatten möchte. Sobald der Wald wieder erreicht ist, weist die so genannte Klosterquelle auf die Nähe der Ruine Schönrain hin. Dabei handelt es sich um die Überreste eines ehemaligen Benediktinerklosters, welches im 16. Jahrhundert von dem Grafen von Rieneck in ein Wohnschloss umgewandelt wurde. Die überraschend große Ruine kann in weiten Teilen frei begangen werden und stellt mit Sicherheit den ersten echten Höhepunkt dieser Wanderung dar. Von den Mauern der Ruine lässt sich auch ein schöner Blick hinab ins Maintal werfen. Auch der weitere Weg führt nun bergab, bis hin zu einem wiesenreichen Tal, in welchem sich ehemals gleich sechs verschiedene Mühlen befunden haben. An zweien dieser heute stillgelegten, aber immer noch bewohnten Mühlengehöfte führt der Wanderweg auch mehr oder weniger direkt vorbei, so auch bei der Kargesmühle, von der aus es über eine kleine Steigung hinauf zur Ortschaft Halsbach geht. Dabei sollte man sich nicht von dem Warnschild „Bissiger Hund“ abschrecken lassen, der Weg führt tatsächlich hier lang und der Hund hat sich zwar als lautstark bellend, ansonsten aber eher friedfertig entpuppt.


Das nun folgende Teilstück von Halsbach nach Rettersbach zieht sich ziemlich und stellt leider auch den am wenigsten attraktiven Teil dieser Wanderung dar, da man hier fast ausschließlich auf einfachen Feldwegen unterwegs ist. Gleich hinter der geradezu winzigen Ortschaft Rettersbach ragt aber mit der Wallfahrtskirche Mariabuchen schon eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit dieser Wanderung zwischen den Bäumen empor. Die in den vergangenen Jahrzehnten aufwändig restaurierte Kirche wurde in ihrer ursprünglichen Form im Jahre 1701 eingeweiht, allerdings ist der legendenumwobene Ort schon seit dem Mittelalter von religiöser Bedeutung. Nach der Besichtigung der Kirche geht es über einen Treppenweg weiter den Berg hinauf, von wo aus ein mit zahlreichen Kreuzwegstationen gesäumter Kreuzweg in Richtung Lohr am Main führt. Wer hier nach innerer Einkehr sucht, wird aber wohl enttäuscht werden, denn aufgrund einer nahe gelegenen Straße kann hier von Ruhe keine Rede sein. Der Kreuzweg endet bei einem Sportplatz, hinter dem der Spessartweg dann ein letztes Mal in den Wald hineinführt. Gleich hinter dem kleinen Waldstück liegt das Naturschutzgebiet Romberg, die letzte Etappe vor Lohr. Das Naturschutzgebiet setzt sich aus alten Streuobstwiesen und den Überresten eines Weinbergs zusammen, außerdem finden sich hier viele alte Eichen. Die Wiesen gehen fast nahtlos in den Lohrer Ortsteil Sendelbach über. Kaum ist man dort angelangt, ist weiter unten im Maintal auch schon die Altstadt Lohrs mit der Stadtpfarrkirche St. Michael und dem Bayersturm zu erkennen. Der auch in Lohr selbst ausgeschilderte Spessartweg führt zielsicher ins historische Zentrum und damit zum Ende dieser Wanderung.


Ausgangspunkt: vom Bahnhof in Gemünden am Main geht es zunächst nach links ein kleines Stück durch die Altstadt, dann über die Saale-Brücke und gleich darauf entlang einer weiteren Brücke über den Main. Am anderen Ende der Brücke geht es erneut nach links und dann über die Bundesstraße in den Wald hinein. Wer mit dem PKW anreist, kann am Bahnhof oder in der Altstadt parken. Von Lohr gelangt man dann mit dem Zug zurück nach Gemünden.

Dauer: ca. 6 Stunden

Entfernung: ca. 24 km

Schwierigkeit / Anspruch: bis auf die Steilpassage gleich zu Beginn der Wanderung ist die Tour technisch gesehen nicht besonders anspruchsvoll, allerdings handelt es sich um eine lange Tageswanderung, die eine entsprechende Kondition voraussetzt. Eine Brotzeit und ausreichend Getränke gehören auf jeden Fall ins Gepäck, denn unterwegs bestehen kaum Einkehrmöglichkeiten.

Abstecher / Anschlusstouren: natürlich kann man den Spessartweg von Lohr aus auch gleich weiter in Richtung Aschaffenburg fortsetzen, Lohr ist zudem Ausgangspunkt einer Vielzahl weiterer Wandertouren in den Spessart, erwähnenswert sind da zum Beispiel der Schneewittchenweg, sowie eine Wanderung durch das Tal der Lohr. In Lohr selbst lohnt sich ein ausführlicher Rundgang durch die Altstadt mit ihren vielen historischen Bauwerken und Museen. In Gemünden kann außerdem noch ein Abstecher zur Ruine Scherenburg unternommen werden.

Empfohlene Jahreszeit: April - Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Waldrast, hinzu kommen diverse Einkehrmöglichkeiten in Gemünden und Lohr

Nützliche Links:

Spessartweg. Detaillierte Infos zu den beiden Spessartwegen.

Mariabuchen. Webseite des Wallfahrtsortes Mariabuchen.

Ruine Schönrain am Main. Offizielle Webseite zur Ruine Schönrain.

Lohr am Main. Webseite der Stadt Lohr am Main.

Gemünden am Main. Webseite der Stadt Gemünden am Main.

Kommentare (1)

Thema: Spessartweg
4/5 (1)
Gravatar
Baris sagt...
Viel Spa├č beim Wandern!
6 September 2014 12.36
Seite 1 von 1

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