Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Nürnberger Land - Wolfsschlucht und Teufelskirche

Wanderung durch die Wolfsschlucht und die Teufelskirche

Das Nürnberger Land ist ungemein reich an kleineren Rhätschluchten, die sich in den ausgedehnten Wäldern der Region verbergen. Dazu gehören auch die Wolfsschlucht und die so genannte Teufelskirche, die innerhalb einer mehrstündigen Wanderung von der Ortschaft Ochenbruck bis nach Altdorf erreicht werden können. Die Schluchten selbst machen dabei nur einen kleinen Teil der gesamten Wanderung aus, aber auch sonst gibt es einiges zu sehen, so etwa historische Kirchbauten, eine idyllische Waldquelle und prächtige Kiefernwälder.


Vom Bahnhof in Ochenbruck geht es zunächst in den Lorenzer Reichswald hinein, wobei man sich an der ersten größeren Weggabelung bei einem Strommasten rechts hält. Nur wenig später zweigt ein kleinerer Pfad vom breiten Forstweg ab. Dieser ist einer blau-weißen Jakobsmuschel gekennzeichnet: der Jakobsweg. Diesem Wegsymbol gilt es nun für etliche Kilometer bis nach Grünsberg zu folgen. Bei den folgenden Weggabelungen sollten daher eigentlich keine Orientierungsprobleme auftreten. Etwas unklar ist die Wegmarkierung allerdings bei der Philippuskirche in Rummelsberg, welche gleichzeitig das erste größere Etappenziel darstellt. Hier führt der Weg direkt über das Gelände der 1927 errichteten Kirche und anschließend nach links auf eine Gärtnerei zu.


Nachdem man die Gärtnerei passiert hat, geht es auch schon wieder zurück in den Wald. Alsbald findet man sich im so genannten Thanngraben wieder, ein kleines, weitestgehend naturbelassenes Bachtal, das sich bis nach Altenthann, der nächsten Ortschaft erstreckt. Der Jakobsweg verläuft dabei ein ganzes Stück lang parallel zu einem breiteren Forstweg auf einem schmalen Waldpfad, später gehen beide Wege in einen einzigen Pfad über. Dieser quert dann nach einer Weile den kleinen Waldbach und steigt dann plötzlich ein ganzes Stück weit an. Der Anstieg ist aber schnell geschafft und es geht wieder eben weiter. Kurz vor Altenthann sind dann auch die ersten Rhätsandsteinfelsen zu sehen.


Sobald der Waldrand erreicht ist, würde es eigentlich nach rechts an der Straße weiter gehen, doch es lohnt sich zunächst ein kurzes Stück nach links zu gehen und der im Jahre 1697 erbauten St. Veit Kirche einen Besuch abzustatten. Anschließend verlässt man Altenthann wieder, der Jakobsweg führt nun weiter nach Wallersberg, ausnahmsweise mal nicht durch den Wald. Bei dem kleinen Bauernhof angekommen, geht es aber sogleich wieder in den Wald, diesmal allerdings bergab. Ein kleiner, zu beiden Seiten dicht umwucherter Pfad windet sich hier langsam ins Tal hinab. Hier gilt es aufzupassen, die Wolfsschlucht nicht zu verpassen, denn diese ist nicht ausgeschildert. Die Stelle, an welcher ein weiterer Pfad in die Schlucht abzweigt, ist auf Bild 6 zu sehen. Die Wolfsschlucht ist nur etwa zweihundert Meter lang, wartet an ihrem Ende allerdings mit einigen eindrucksvollen Felsformationen auf, weshalb sich der kurze Abstecher durchaus lohnt. Im Vergleich zum Rest der Wanderung ist dieser Weg trotz seiner Kürze allerdings recht mühselig. Glitschige Felsbrocken müssen ebenso überquert werden, wie von umgestürzten Bäumen versperrte Passagen. Mit etwas Geschick ist ein Durchkommen aber möglich. Anschließend geht es wieder zurück auf den bekannten Pfad, der zur Sophienquelle führt. Die in den 1720er Jahren errichtete Quellfassung mit dem schönen Waldteich ist ein guter Ort für eine kleine Pause.


Von der Quelle geht es dann weiter nach Grünsberg, wo sich der Wanderweg vom Jakobsweg trennt. Das nächste Etappenziel, die Teufelskirche, ist allerdings ebenfalls bestens ausgeschildert. Anders als die Wolfsschlucht ist die Teufelskirche sehr gut erschlossen, so dass der Weg durch diese Schlucht in aller Regel hindernisfrei sein sollte. Trotzdem kann es hin und wieder etwas rutschig sein, so dass schon etwas Trittsicherheit erforderlich ist. Die Schlucht wird von beiden Seiten von Sandsteinfelsen flankiert, die sich am Ende der Schlucht besonders hoch auftürmen. Hier gibt es einige Höhlen zu entdecken, welche im 16. Jahrhundert auf der Suche nach Kohle bis zu 50 Meter tief in den Fels gegraben worden sind. Der Weg führt nun hinauf aus der Schlucht heraus und weiter durch den Wald (Wegmarkierung 4). Nach eine kurzen Anstieg ist der Waldrand erreicht und über einen Feldweg gelangt man zu einer Straße. Dieser folgt man zunächst nach rechts und dann weiter nach Prackenfels. Von diesem kleinen Ort geht es nun über die Prackenschlucht (Wegmarkierung 3) bis zum Zielort Altdorf weiter. Die Prackenschlucht birgt mit der Teufelshöhle noch eine weitere kleinere Attraktion, in meinem Fall hat die Zeit aber leider nicht mehr für einen Abstecher dorthin gereicht, da sich die Höhle auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht befindet. In beiden Fällen ist der weitere Weg bis nach Altdorf ausgeschildert.


Ausgangspunkt: die Tour beginnt praktisch unmittelbar beim S-Bahnhof Ochenbruck, schon beim Austeigen aus dem Zug ist die Fußgängerbrücke zu erkennen, die über die Gleise in den Wald hineinführt. Hat man den Bahnhof verlassen, hält man sich einfach immer rechts und erreicht so schnell die Brücke. Da sowohl Ochenbruck als auch Altdorf über einen S-Bahn-Anschluss nach Nürnberg verfügen, kann die Wanderung auch problemlos in umgekehrter Richtung unternommen werden.

Dauer: ca. 4 Stunden

Entfernung: ca. 13 km

Schwierigkeit / Anspruch: erforderlich sind festes Schuhwerk und ein ausreichendes Maß an Kondition für eine mehrstündige Wanderung, darüber hinaus wartet die Tour aber mit keinen besonderen Schwierigkeiten auf. Steigungen sind kaum vorhanden und die Wege meist gut begehbar. Beim optionalen Abstecher in die Wolfsschlucht sollte man allerdings auf allerlei umgestürzte Bäume und andere Hindernisse wie etwa glitschige Felsbrocken gefasst sein. Nach Regentagen können weite Teile des Weges recht matschig sein, von einer Wanderung ist dann besser abzusehen.

Abstecher / Anschlusstouren: Ochenbruck ist auch Ausgangspunkt für eine Wanderung durch die Schwarzachschlucht. Wer früh genug anreist und ausreichend Kraft mitbringt, kann beide Touren gut an einem Tag schaffen. Hat man hingegen nur für eine der beiden Touren Zeit und Energie, ist die Schwarzachschlucht aufgrund ihrer besonderen landschaftlichen Schönheit insgesamt empfehlenswerter.

Empfohlene Jahreszeit: ganzjährig

Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Weisses Kreuz, diverse Einkehrmöglichkeiten in Ochenbruck und Altdorf

Nützliche Links:

VGN - Wolfsschlucht und Teufelskirche. Beschreibung der Wanderung im Winter.

Wikipedia - Teufelskirche von Grünsberg. Wikipedia-Seite zur Teufelskirche.

Wikipedia - Sophienquelle von Grünsberg. Wikipedia-Seite zur Sophienquelle.

Wikipedia - Teufelshöhle bei Altdorf. Wikipedia-Seite zur Teufelshöhle.