Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Berchtesgadener Alpen - Wimbachtal

Von der Wimbachklamm zum Wimbachgries

Das Wimbachtal ist das mittlere der drei großen Täler des Nationalparks Berchtesgaden und kann im Rahmen einer ausgedehnten Wanderung erkundet werden. Die Wanderung lässt sich sehr gut in mehrere Etappen einteilen, wobei mit der Wimbachklamm das erste Etappenziel gleich zu Beginn der Wanderung ansteht. Diese ist nur etwa 20 Minuten von dem Ausgangspunkt Wimbachbrücke entfernt. Für den Zugang zur Wimbachklamm muss zuvor an einem Automaten gegen ein kleines Entgelt eine Wertmarke eingelöst werden, die dann beim Eingang zur Klamm zur Verwendung des Drehkreuzes genutzt werden kann. Der Automat befindet sich ein gutes Stück (ca. 10 Min.) vor der Klamm, aber wer darauf Acht gibt, sollte ihn kaum verpassen können. Die Klamm ist für die Wanderung eigentlich zwar optional, aber viel zu sehenswert, um einfach umgangen zu werden. Im Vergleich etwa zur Almbachklamm ist der Weg durch die Wimbachklamm extrem kurz, allenfalls zehn Minuten werden hierfür benötigt. Von dem gut gesicherten Steg hat man jederzeit einen herrlichen Blick auf die tosenden Wassermassen und die unzähligen kleinen Wasserfälle, die sich hier in den Wimbach (ein Zufluss der Ramsauer Ache) ergießen.


Nach dem Verlassen der Klamm gelangt man schnell wieder auf den eigentlichen Hauptwanderweg durch das Wimbachtal. Der Wimbach begleitet einen jetzt nur noch ein kurzes Stück entlang des Weges weiter und verläuft alsbald unterirdisch. Auch wenn die Wimbachklamm einen anderen Eindruck erwecken mag, Wasser ist, zumindest oberirdisch, in weiten Teilen des Wimbachtals eine Mangelware, womit es sich deutlich von den anderen beiden Tälern im Nationalpark unterscheidet. Aber auch ansonsten nimmt das Wimbachtal mit seinen gewaltigen Schuttströmen, die fast das gesamte Tal durchziehen, geologisch gesehen eine Sonderrolle ein. Der Großteil des Gerölls (Gries) stammt dabei aus dem Bereich der Palfelhörner, die Teil des Hochkaltermassivs sind. Der obere, Wimbachgries genannte Teil des Tals, ist fast vollständig mit dem in beständiger, aber unmerklicher Bewegung befindlichen Schutt bedeckt.


Das nächste Etappenziel ist das Wimbachschloss (937m), ein ehemaliges Jagdschloss, welches in einen Berggasthof umgewandelt wurde. Der Weg dorthin geht sich überwiegend leicht und gemütlich, steigt aber kurz vor dem Schloss noch einmal spürbar an. Auch wer nicht dort einkehren möchte, sollte die Gelegenheit zu einer Pause nutzen, denn das folgende Teilstück bis zur Wimbachgrieshütte ist sehr lang und bietet nur wenig Schatten. Der zuvor recht breit angelegte Wanderweg weicht nun zunehmend kleineren Pfaden und führt streckenweise unmittelbar über das Geröll der großen Schuttströme. Dementsprechend lässt auch der zu Beginn des Tals noch recht dichte Baumbestand spürbar nach, wodurch aber auch die enorme Weite des Tals immer stärker zur Geltung kommt. Da nun immer weniger Wanderer auf dem Weg unterwegs sind, kann man sich hier schon ein wenig verloren fühlen. Der Weg zur Wimbachgrieshütte (1327m) lässt sich allerdings kaum aus den Augen verlieren, zumal es immer wieder hilfreiche Wegweiser gibt. Jederzeit lohnt sich der Blick zu beiden Seiten des Tals, nach Osten zum Watzmann hin und nach Westen zum Hochkaltermassiv. Für die meisten Wanderer endet die Tour durch das Wimbachtal dann spätestens bei der Wimbachgrieshütte. Wer allerdings das eigentliche Wimbachgries in seiner ganzen Pracht erleben möchte, muss noch weiter, bis fast ganz ans Ende des Tals wandern. Im Wimbachgries kann es dann schwierig werden, den Weg ausfindig zu machen. Wegweiser sind hier oben eher rar gesät, so dass man sich alsbald mitten in dem fast 1,5 km breiten Geröllfeld wiederfindet. Anders als im Steinernen Meer weiter oben in den Berchtesgadener Alpen besteht hier aber nicht die Gefahr gänzlich die Orientierung zu verlieren. Nachdem man die Stille und Ruhe dieser eigentümlichen Landschaft in vollen Zügen genossen hat, steht dann nur noch der lange Rückweg zur Wimbachbrücke an. Leider gibt es dafür keinen alternativen Weg, bergerfahrene Wanderer haben aber immerhin die Möglichkeit, über den Trischübelpass nach St. Bartholomä beim Königssee zu wandern, sofern es die Zeit noch zulässt.


Ausgangspunkt: der Ramsauer Ortsteil Wimbachbrücke liegt direkt am Taleingang und kann mit der Buslinie 846 von Berchtesgaden aus erreicht werden. Außerdem gibt es hier einen großen Wanderparkplatz. Der Weg ins Wimbachtal und zur Wimbachklamm ist ausgeschildert und kann kaum übersehen werden.

Dauer: ca. 6-7 Stunden

Entfernung: ca. 18 km (Hin- und Rückweg)

Schwierigkeit / Anspruch: die Wanderung durch das Wimbachtal ist nicht schwer, aber sehr lang, daher ist eine gute Kondition gefragt. Der Weg weist eine leichte, aber kontinuierliche Steigung auf. Trotz der durchaus vorhandenen Einkehrmöglichkeiten sollten Getränke und Verpflegung in ausreichendem Maße nicht im Gepäck fehlen. Für die Wanderung über den Trischübelpass nach St. Bartholomä bedarf es außerdem an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, der Aufstieg zum Watzmann vom Wimbachgries aus ist nur für geübte Bergsteiger mit entsprechender Ausrüstung zu empfehlen.

Abstecher / Anschlusstouren: unter den vielfältigen Möglichkeiten für Anschlusstouren im Wimbachtal ist vor allem der Aufstieg zum Trischübelpass (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich) ganz am Ende des Tals erwähnenswert. Über den nicht ganz leicht ausfindig zu machenden Pfad gelangt man wahlweise nach St. Bartholomä am Königssee oder auch zum Steinernen Meer. Im ersteren Fall sollte man die Zeit im Blick haben, um nicht das letzte Schiff zurück zur Anlegestelle in Schönau zu verpassen. Im letzteren Fall wird eine Übernachtung im Kärlingerhaus am Funtensee nahezu unumgänglich sein. Ebenfalls am Ende des Tals besteht für geübte und passend ausgerüstete Bergsteiger die Möglichkeit zum Watzmann hinaufzusteigen. Alle anderen können gleich am Eingang zum Wimbachtal auf vergleichsweise einfachen Wegen zum Watzmann hinaufwandern. Eine weitere nennenswerte, allerdings wiederum sehr schwere und lange Tour ist der Weg vom Wimbachschloss zum Hochkalter und der Blaueishütte.

Empfohlene Jahreszeit: Mai-Oktober, an heißen Tagen ist die Wanderung eher nicht zu empfehlen, da es im Tal über weite Strecken keine schattenspendende Bäume gibt.

Einkehrmöglichkeiten: gleich zu Beginn bestehen im Ramsauer Ortsteil Wimbachbrücke verschiedene Einkehrmöglichkeiten, etwa auf halber Strecke lockt das Wimbachschloss, gegen Ende der Wanderung bietet die Wimbachgrieshütte neben Trank und Speisen auch die Möglichkeit zur Übernachtung.

Nützliche Links:

Berchtesgadener Land - Durch die Wimbachklamm zum Wimbachgries. Beschreibung der Wanderung durch das Wimbachtal.

RVO Bus 846. Fahrplan vom RVO Bus 846.

Nationalpark Berchtesgaden - Wimbachtal. Info-Flyer zum Wimbachtal (PDF-Datei).

Wikipedia - Wimbachtal. Wikipedia-Seite zum Wimbachtal.