Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Berchtesgadener Alpen - Wimbach-Tour

Vom Wimbachtal über den Trischübelpass nach St. Bartholomä

Die meisten Besucher von St. Bartholomä am Königssee gelangen mit dem Schiff zu der recht isoliert gelegenen Halbinsel Hirschau mit der berühmten Wallfahrtskirche. Doch es geht auch anders, beispielsweise zu Fuß über den Trischübelpass. Dieser Bergpass lässt sich unter anderem vom Wimbachtal aus erreichen. Die Tour durch das Wimbachtal wurde bereits in einem gesonderten Beitrag vorgestellt, diese Beschreibung der Wanderung setzt daher gleich beim Wimbachgries am oberen Talende ein. Wer die Tour besonders entspannt angehen möchte, kann auch zunächst in der Wimbachgrieshütte übernachten. Für alle anderen gilt bei dieser Tour jedoch, die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren, um nicht das letzte Schiff zurück zum Schönauer Ortsteil Königssee zu verpassen. Ein gewisser Zeitdruck lässt sich hier daher nicht ganz vermeiden, je früher man aber ins Wimbachtal aufbricht, desto gelassener lässt sich die Wanderung auch angehen.


Im Wimbachgries angekommen, sollte man darauf achten, stets der Wegmarkierung zu folgen. Ansonsten kann es etwas schwierig werden, den Pfad, welcher zum Trischübelpass hinaufführt, in dem breiten Geröllfeld ausfindig zu machen, zumal hier in der Regel nicht allzu viele Wanderer unterwegs sind. Der Pfad führt durch eher spärliche Vegetation in recht steilen Kehren den Bergpass hinauf. Es handelt sich jedoch um einen vergleichsweise kurzen Anstieg, der problemlos in etwa einer Stunde zu schaffen ist. Dabei gilt es auch ein leicht ausgesetztes Stück zu queren, bei welchem man sich aufgrund von leicht erhöhter Steinschlaggefahr nicht zu viel Zeit lassen sollte. Ansonsten lohnt es sich aber, ab und zu inne zu halten, und auch mal einen Blick zurück in das zu beiden Seiten von hohen Bergketten eingerahmte Wimbachtal zu werfen.


Oben, am Scheitelpunkt des Bergsattels gabelt sich dann der Weg, doch dank der guten Beschilderung können Unklarheiten bezüglich der Strecke gar nicht erst aufkommen. Ab jetzt geht es fast nur noch bergab, allerdings ist der Weg nun felsiger und führt stellenweise auch schon mal durch dichten Pflanzenbewuchs. Aber nicht nur die Flora, sondern auch die Fauna weckt hier oft das Interesse der Wanderer. So ist die Wahrscheinlichkeit am Trischübelpass Murmeltiere und Gämsen beobachten zu können gar nicht mal so gering, solange man sich nicht gerade lärmend den Berg hinunter bewegt. Der Abstieg verläuft immer weiter in leichten Serpentinen an einem Wildbach vorbei und dann schließlich in ein kleines Stück Bergwald. Von einem Felsen entlang des Weges lässt sich ein guter Blick in das Tal werfen, außerdem ist hier zum ersten Mal die Saugasse auf der anderen Seite des kleinen Tals zu erkennen, ein in steilen Kehren angelegter Weg, der von St. Bartholomä zum Funtensee führt. Später werden die beiden Wege aufeinandertreffen und als ein einzelner Weg weiter zur Wallfahrtkapelle verlaufen, doch zuvor muss erst noch die so genannte Sigeretplatte durchquert werden. Dieses an einer Felswand entlangführende Wegstück weist gleich mehrere drahtseilversicherte Passagen auf und stellenweise geht es in der Tat recht steil hinab. Schwindelfreiheit ist hier daher durchaus von Nöten, wirklich schwierig ist der Weg jedoch nicht.


Nachdem man die Sigeretplatte hinter sich gelassen hat, und die beiden Wege miteinander vereint sind, geht es nun durch deutlich einfacheres, bewaldetes Gelände weiter. Schon bald hört man das Rauschen des Schrainbachs, der sich hier den Weg durch eine tiefe Klamm bahnt und sich schließlich als mächtiger Wasserfall in den Königssee ergießt. Gleich zweimal führt der Weg dicht am Wasserfall vorbei, auch der Königssee und die Schiffsanlegestelle Salet sind nun gut sichtbar. Nach einem weiteren Stück Weg zeigt sich dann auch die Halbinsel Hirschau, die alsbald erreicht ist. Zu St. Bartholomä ist es jetzt nicht mehr weit, hier kann man sich dann noch einmal stärken, bevor man sich in die (am späten Nachmittag leider nahezu unvermeidliche) Warteschlange für die Rückfahrt mit dem Schiff einreiht. Natürlich kann die hier beschriebene Tour auch in umgekehrter Richtung unternommen werden, der Zeitdruck, das letzte Schiff zurück erreichen zu müssen entfällt dann ebenso wie das Warten in der Schlange. Allerdings ist der Aufstieg von St. Bartholomä zum Trischübelpass erheblich steiler und länger als vom Wimbachtal aus, insofern ist dies nicht zwangsläufig die gemütlichere Variante.


Ausgangspunkt: diese Wanderung beginnt beim Wimbachgries am oberen Ende des Wimbachtals, der Weg dorthin ist ausführlich im Beitrag zum Wimbachtal beschrieben.

Dauer: ca. 6-7 Stunden (einschließlich Wimbachtal)

Entfernung: ca. 18 km (einschließlich Wimbachtal)

Schwierigkeit / Anspruch: Trittsicherheit (Bergschuhe sind ratsam) ist auf den überwiegend felsigen Pfaden auf jeden Fall nötig, die Sigeretplatte verlangt darüber hinaus auch ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit. Die Notwendigkeit, das letzte Schiff bei St. Bartholomä erreichen zu müssen, verbietet auf dieser Tour allzu lange Pausen und erfordert insgesamt ein gutes Schritttempo. Eine Brotzeit sollte man für alle Fälle dabei haben, wer zuvor bei der Wimbachgrieshütte gerastet hat, ist aber nicht zwingend darauf angewiesen. Ausreichend Getränke sind hingegen wie bei jeder längeren Wanderung ein Muss.

Abstecher / Anschlusstouren: vom Trischübelpass geht es nicht nur hinab nach St. Bartholomä, ein weiterer, allerdings etwas schwierigerer Weg führt alternativ auch zum Funtensee, wo dann im Kärlingerhaus die Möglichkeit zur Übernachtung besteht. Sehr ausdauernde und bergerfahrene Wanderer können außerdem unter Umständen (bei gutem Wetter und langer Helligkeit) auf die Schifffahrt verzichten und stattdessen von St. Bartholomä über den Rinnkendlsteig zur Kührointalm und dann nach Schönau am Königssee gelangen.

Empfohlene Jahreszeit: Mai - Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Wimbachschloss, Wimbachgrieshütte, Fischerstüberl, Historische Gaststätte St. Bartholomä

Nützliche Links:

Süddeutsche - Schwere Wanderung einmal rund um den Watzmann. Beschreibung der Wanderung über den Trischübelpass.