Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Schwarzwald - Wutachschlucht

Wanderung durch die Wutachschlucht (mit Lotenbachklamm)

Das ausgedehnte Schluchtensystem der Wutach, zu welchem neben der eigentlichen Wutachschlucht auch noch zahlreiche Nebenschluchten wie etwa die Lotenbachklamm zählen, ist zweifelsohne eine der eindrucksvollsten Natursehenswürdigkeiten des Südschwarzwalds. Bei Wanderern besonders beliebt ist der etwa 13 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Wutach- und Schattenmühle, um welchen es auch in der folgenden Tourenbeschreibung gehen soll.


Die Wanderung beginnt beim Wanderparkplatz Wutachmühle, von dort geht es direkt auf das Gelände der Mühle, wo bereits der erste Wegweiser zu sehen ist. Verlaufen kann man sich auf dieser Wanderung aber ohnehin nicht, denn es geht im Prinzip ja immer den Flusslauf entlang. Häufige Erdrutsche führen allerdings dazu, dass mit Umleitungen gerechnet werden muss, diese sind dann aber auch entsprechend ausgeschildert. In meinem Fall war der erste Umweg sogar gleich nach den ersten hundert Metern notwendig. Kaum war das Ufer der Wutach beim so genannten Kanadiersteg erreicht, ging es deswegen auch schon über die Brücke aus der Schlucht hinaus und in die an dieser Stelle abzweigende Gauachschlucht hinein.


Diese Schlucht ist deutlich kleiner und daher auch relativ schnell durchquert. Der weitere Umweg führte dann durch den Wald und streckenweise an Feldern und einer Landstraße vorbei und nahm etwa 45 Minuten in Anspruch. Kein besonders guter Start für einen schönen Wandertag, doch sobald die Wutachschlucht wieder erreicht war, spielte das schnell keine Rolle mehr. Der naturbelassene Fluss, die dichte, üppige Vegetation und die oft zu beiden Seiten steil aufragenden Felswände ziehen alle Wanderer sofort in ihren Bann und entschädigen für jeden noch so langen Umweg.


Teilweise führt der Steig unmittelbar am Ufer entlang, teilweise geht es aber auch hoch in die Felswände hinauf. Von dort oben bekommt man dann schnell einen guten Eindruck von den tatsächlichen Ausmaßen der Schlucht, in welcher sich Engpassagen mit breiteren, talartigen Abschnitten abwechseln. Die Weitläufigkeit des Geländes sorgt übrigens auch dafür, dass sich die Besuchermassen selbst an schönen Tagen noch einigermaßen gut verteilen. Alleine ist man hier aber trotzdem so gut wie nie unterwegs.


Obwohl es immer dem Flusslauf entlanggeht, gestaltet sich die Wanderung doch überraschend abwechslungsreich. So geht es beispielsweise auch durch einige eher sumpfig anmutende Abschnitte und etwa auf halber Strecke ergießt sich plötzlich ein kleinerer Wasserfall aus den Felsen. Noch vor Erreichen der Schattenmühle trifft man zudem an einem Rastplatz auf eine kleine, aus dem Jahr 1889 stammende Kapelle, die einst Teil einer Kuranlage war. Wenig später war dann der restliche Weg aufgrund eines weiteren Erdrutsches gesperrt. Die Umleitung führte nun durch den Wald bis nach Boll.


Man kann von Boll aus direkt über die Landstraße bis zur Schattenmühle wandern, oder auch den Wanderbus nehmen, doch es bietet sich stattdessen an, ein Stückchen in den Ort hineinzugehen und sich dann über die Tiefentalstraße auf den Weg zur Lotenbachklamm zu machen. Dieser Weg dauert zwar auch noch einmal etwa 45 Minuten, führt aber durch eine recht schöne Feld- und Wiesenlandschaft. Und nach Durchqueren der etwa 1,5 Kilometern langen Lotenbachklamm sind dann ebenfalls die Schattenmühle und der dortige Wanderparkplatz erreicht. Die enge und durch ihre vielen Felsen und umgestürzten Baumstämme ziemlich wild anmutende Klamm ist den Umweg auf jeden Fall wert. Vom Wanderparkplatz kann man dann mit dem Wanderbus wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren, sofern man dort geparkt hat.


Ausgangspunkt: die Wanderung kann entweder bei der Schattenmühle oder aber bei der Wutachmühle begonnen werden, bei beiden Orten gibt es einen Wanderparkplatz. Ein Wanderbus fährt in der Saison regelmäßig zwischen beiden Parkplätzen hin und her, so dass man sich um den Rückweg keine allzu großen Sorgen machen muss, solange man nur den Busfahrplan (siehe untenstehenden Link) im Blick hat (alternativ kann man auch vom Parkplatz aus erst mit dem Bus zum anderen Parkplatz fahren und dann den Weg zum Auto zurückwandern, so muss man sich unterwegs gar keine Gedanken mehr um die Busverbindung machen). Die nächstgelegene größere Ortschaft ist Bonndorf.

Dauer: Wutachmühle-Schattenmühle 4-5 Stunden; Lotenbachklamm ca. 45 Min.

Entfernung: Wutachmühle-Schattenmühle ca. 13 km; Lotenbachklamm ca. 1,5 km

Schwierigkeit / Anspruch: der Wanderweg durch die Wutachschlucht ist gut ausgebaut und gesichert, einigermaßen trittsicher sollte man allerdings schon sein, insbesondere bei dem anschließenden Abstecher in die Lotenbachklamm, wo es teilweise über Felsen und umgefallene Baumstämme geht. Wegsperrungen in Folge von Erdrutschen sind in der Wutachschlucht leider keine Seltenheit und sollten unbedingt beachtet werden. Auf der Webseite Wutachschlucht.de wird über die aktuellen Wegbedingungen Auskunft gegeben. Ausreichend Proviant gehört in jedem Fall mit ins Weggepäck, denn der Weg durch die Schlucht ist lang und bietet unterwegs keinerlei Einkehrmöglichkeiten.

Abstecher / Anschlusstouren: wer die hier beschriebene Tour erfolgreich unternommen hat, hat im Grunde schon eine gute Tagestour absolviert, der Weg lässt sich aber in beide Richtungen noch weiter auf dem so genannten Schluchtensteig (siehe auch den untenstehenden Link) fortsetzen.

Empfohlene Jahreszeit: April-Oktober

Einkehrmöglichkeiten: Wutach Zentrum Schattenmühle, Gasthof Wutachschlucht (in Boll)

Nützliche Links:

Wutachschlucht.de. Ausführliche Informationen rund um die Wutachschlucht.

Wikipedia - Wutachschlucht. Wikipedia-Seite zur Wutachschlucht.

Schluchtensteig.de. Beschreibung des gesamten Schluchtensteigs (von welchem die hier beschriebene Tour nur eine von mehreren Etappe darstellt).

DB - Wanderbus Wutachschlucht und Zwei-Schluchten-Bus. Fahrplan des Wanderbusses.