Schmale Pfade

Deutschlands schönste Wanderwege

Mainfranken - Ökologisches Wasserschutzgebiet Zell

Wanderung durch das Zeller Wasserschutzgebiet

Zur Abwechslung (und zur Überbrückung der Zeit bis zu den nächsten größeren Tourenbeschreibungen) mal etwas sehr Lokales: das ökologische Wasserschutzgebiet Zell bei Würzburg befindet sich direkt bei meinem gegenwärtigen Hausberg, dem Zeller Berg. Mit seinen 290 Metern ist der Zeller Berg freilich mehr ein Hügel denn ein Berg und nicht einmal die höchste Erhebung in der näheren Umgebung. Dank dem hier gelegenen Wasserschutzgebiet (ein Großteil des Trinkwassers der Stadt Würzburg stammt aus dem Grundwasservorkommen im Zeller Berg), hat sich hier aber im Laufe der Jahre eine kleine Natursehenswürdigkeit herausgebildet, die von mehreren Wanderwegen durchzogen ist.


Wasser bekommt man in diesem Wasserschutzgebiet zwar nicht zu Gesicht, dafür aber eine schöne und weitgehend naturbelassene Wald- und Wiesenlandschaft, denn zumindest in der Kernzone des Schutzgebiets wird weder Forst- noch Landwirtschaft betrieben. Beginnen tut die Wanderung beim alten Friedhof in Zell, von wo aus sich ein kleiner Weg langsam den Berg hinauf schlängelt. Hier, wie auch an einigen anderen Stellen im Schutzgebiet wurde eine praktische Wanderkarte aufgestellt, die einen guten Überblick über die verschiedenen Wandermöglichkeiten gibt. Außerdem finden sich entlang des Wasserlehrpfads sowie des Naturlehrpfads immer wieder Schautafeln, auf denen verschiedene Aspekte der Ökologie des Schutzgebiets erläutert werden.


Schon nach kurzer Zeit führt der Weg in den so genannten Klingengraben, ein dicht bewaldetes, tief eingeschnittenes Tal, welches aufgrund der Nähe zum Grundwasser einen besonders sensiblen Bereich darstellt. Hier teilt sich dann auch sogleich der Weg, im Rahmen dieser Wanderung geht es nach links weiter und dann steil den Berg hinauf. Der Steig ist zwar teilweise gesichert, aber unproblematisch. Bei der nächsten Weggablung geht es abermals nach links weiter, ein wenig später sind dann der Waldrand und die ersten Wiesen zu erkennen. Hier folgt man dem rechts nach oben abzweigenden Weg, der schließlich ganz aus dem Wald hinausführt.


Nun besteht die Möglichkeit, weiter am Waldrand entlang zu gehen, oder aber nach links hinauf durch die Wiesen. Beide Wege treffen später wieder aufeinander, der Wiesenweg ist aber weitaus lohnender. Denn schon bald ist der „Gipfel“ des Zeller Bergs erreicht, samt Gipfelkreuz und Rastbänken. Von hier aus bietet sich nun eine sehr schöne Aussicht auf das Maintal. Anschließend führt der Weg weiter durch die ausgedehnten Wiesenflächen und führt dabei auch an einer weiteren Sitzbank vorbei, von wo aus sich ein Blick auf Würzburg und die Festung Marienberg werfen lässt.


In der Ferne ist eine große Scheune zu erkennen, der Weg führt nun geradeweg darauf zu, zweigt dann aber schon vorher bei einem weiteren Rastplatz nach rechts ab. Von nun an geht es nur noch bergab, zunächst immer noch durch die Wiesen des Wasserschutzgebiets, dann wieder in den Wald beim Klingengraben hinein. Bei der dortigen Kreuzung hält man sich abermals rechts. Über diesen Weg gelangt man nun wieder bequem zum Ausgangspunkt zurück. Der zunehmend schmaler werdende Pfad führt dabei dicht an den Steilhängen des Klingengraben entlang und durch zuweilen urig anmutende Baumbestände. Insgesamt eine schöne, einfache Tour, die sich bei Interesse auch noch deutlich erweitern lässt (siehe unten).


Ausgangspunkt: der hier beschriebene Wanderweg beginnt direkt gegenüber vom alten Friedhof in der Lehmgrubenstraße in Zell, es gibt aber noch eine Reihe weiterer Wege, die ins Wasserschutzgebiet führen, unter anderem auch vom Kloster Oberzell aus. Zell selbst ist von Würzburg aus gut mit dem Bus erreichbar (Linie 522), für einen Besuch des Wasserschutzgebiets kommen als Haltestellen "Brücke", "Kirche" und "Judenhof" in Frage.

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Entfernung: ca. 3 km

Schwierigkeit / Anspruch: es handelt sich um eine kurze Tour ohne besondere Herausforderungen. Der Aufstieg ist zwar steil, aber nicht sehr lang. Für Kinderwägen sind die Wege leider größtenteils ungeeignet.

Abstecher / Anschlusstouren: in Zell selbst bietet sich vor allem eine Besichtigung des Klosters Oberzell (bei der Pforte anmelden) an, ebenfalls sehenswert sind der Bürgerbräustollen und das Wassermuseum (nur sonntagnachmittags geöffnet). Vom Wasserschutzgebiet aus lässt es sich sehr gut weiter den Kamm entlang des Mains wandern (es empfiehlt sich dann aber die Mitnahme einer Karte), auf diese Weise gelangt man schließlich zwischen Leinach und Erlabrunn zum größten zusammenhängenden Schwarzkiefernwald Deutschlands. Diese Tour dauert etwa 3-4 Stunden (keine Einkehrmöglichkeiten, Verpflegung mitnehmen!). Setzt man die Tour bis Zellingen fort, kann man mit dem Zug zurück nach Würzburg fahren, oder aber mit dem Bus von Leinach oder Erlabrunn.

Empfohlene Jahreszeit: ganzjährig

Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Rose

Nützliche Links:

Zell am Main - Wanderwege. Infos zu den Wandermöglichkeiten bei Zell.

WVV - Ökologisches Wasserschutzgebiet Zell. Infoflyer zum Schutzgebiet mit Karte (PDF-Datei).

Kommentare (1)

Thema: Zell
0/5 (0)
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Baris sagt...
Viel Spa├č beim Wandern!
25 Juli 2016 13.19
Seite 1 von 1

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